Commerzbank streicht netto nur 7000 Stellen

Dienstag, 11.10.2016 16:20 von

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi fällt der Stellenabbau bei der Commerzbank (Commerzbank Aktie) netto geringer aus als angegeben. Statt den verkündeten 9600, würden effektiv nur 7000 Stellen abgebaut.

Die Commerzbank hat ihre Stellenabbau-Pläne nach Auffassung der Gewerkschaft Verdi auf dem Papier künstlich aufgebläht. Statt der angekündigten Streichung von 9600 Stellen fielen dem großen Umbau der zweitgrößten Bank Deutschlands netto nur rund 7000 Stellen zum Opfer, heißt es in einem am Dienstag verbreiteten Flugblatt von Verdi. Womöglich wolle die Bank damit Investoren und Analysten beeindrucken. Die Commerzbank hatte vor zwei Wochen angekündigt, bis 2020 konzernweit gut jede fünfte der 45.000 Vollzeitstellen zu streichen.

Der Abbau von 1700 Stellen sei aber bereits längst im Zuge anderer Programme mit dem Betriebsrat vereinbart, erklärte die Gewerkschaft. "Und 900 Stellen würden 2016 durch die natürliche Fluktuation frei werden." Das entspricht der Zahl der Mitarbeiter, die die Bank in den vergangenen Jahren im Schnitt freiwillig verlassen haben. Die Commerzbank wollte die Angaben nicht weiter kommentieren.

Verdi und Gesamtbetriebsratschef Uwe Tschäge forderten den Vorstand erneut auf, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Diese dürften "erst nach Durchführung aller anderen Maßnahmen zur Kostenentlastung und Personalreduzierung in Betracht kommen", erklärte Tschäge. "Ein Arbeitgeber, der darauf setzt, dass seine Belegschaft voll motiviert den Kunden überzeugt und gleichzeitig epochale Veränderungen mitmacht, darf diese Belegschaft nicht mit Kündigungen bedrohen.

Tschäge sieht die Chance, den Abbau hinauszuzögern. Nach den Plänen soll er bis 2020 abgeschlossen sein. "Wenn man sich die Erfahrung mit IT-Projekten ansieht, wird man eher vorsichtiger sein müssen und den geplanten Personalabbau strecken wollen", unkte der Betriebsratschef. Dabei plant die Commerzbank laut Verdi in den drei Jahren nach 2020 mit dem Abbau weiterer knapp 3000 Stellen. Finanzkreisen zufolge setzt sie dabei weiter auf Fluktuation.

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