Cocktails bevorzugt

Dienstag, 15.11.2016 19:20 von

Der pure Aktienfond hat in der Gunst der Privatanleger deutlich verloren: In den ersten neun Monaten des Jahres tauschten sie den Klassiker gegen Produkte aus, in denen verschiedene Anlageklassen gemixt werden.

Deutsche Privatanleger und Aktien sind sich auch in diesem Jahr bisher nicht näher gekommen. Immer wieder geben die Deutschen in Umfragen zu, dass ihnen die börsennotierten Unternehmensbeteiligungen zu stark im Wert schwanken und sie – auch vorübergehend – keine Verluste im Depot mögen. Neue Zahlen zum Absatz von Investmentfonds belegen diese Scheu: Deutsche Anleger haben in den ersten neun Monaten aus den vor allem für Private aufgelegten Publikumsfonds netto 1,3 Milliarden Euro Kapital abgezogen. Das teilt der deutsche Fondsverband BVI mit. Aus den Börsenindizes nachbildenden Fonds, den ETF, flossen demnach sogar 4,3 Milliarden Euro ab. Nach Regionen wollten Anleger vor allem Anteile aus europäischen Fonds loswerden, für insgesamt 3,8 Milliarden Euro.

Besser gefallen den Deutschen dagegen die als Allwetterfonds verkauften Mischfonds, in denen verschiedenste Wertpapiere stecken. Diese Produkte zogen unterm Strich 7,1 Milliarden Euro neues Kapital an, wie der BVI errechnet hat. Auch hier sind Fonds, die weniger auf Aktien, dafür stärker auf Anleihen setzen, am meisten gefragt: Allein 4,1 Milliarden Euro legten die Deutschen dort an. Auch offene Immobilienfonds stehen hoch in der Gunst der Deutschen: Für 4,6 Milliarden Euro  kauften sie in diesem Jahr Anteile.Anleihefonds sammelten trotz rekordtiefer Zinsen immerhin 1,7 Milliarden Euro neues Geld ein. Vor allem bei Fonds mit Schwellenländer-und Firmenbonds erhoffen sich die Investoren noch ein wenig Zinsertrag.

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