Chinas Xi mahnt Japans Abe zur 'Vorsicht' in Inselstreitigkeiten

Montag, 05.09.2016 16:21 von

HANGZHOU (dpa-AFX) - Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zur Zurückhaltung in den Inselstreitigkeiten in der Region aufgefordert. Bei einem Treffen am Rande des G20-Gipfels rief Xi am Montag seinen japanischen Kollegen auf, im Südchinesischen Meer, wo China Inseln und große Seegebiete beansprucht, "Vorsicht in Worten und Taten walten zu lassen". Ebenso solle Abe "angemessen" mit dem direkten Streit zwischen China und Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer umgehen.

Wegen der Spannungen zwischen den ostasiatischen Nachbarn sind solche Begegnungen zwischen Xi und Abe sehr selten. China hatte Japan zuletzt über diplomatische Kanäle eindringlich gewarnt, Schiffe ins Südchinesische Meer zu entsenden, um die US-Marine zu unterstützen. Die USA treten mit Operationen nahe von China beanspruchten Inseln für die Freiheit der Navigation in den umstrittenen Seegebieten ein. Es war von einer "roten Linie" die Rede, die Japan nicht überschreiten solle, wie Japans Nachrichtenagentur Kyodo schrieb.

China beansprucht 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen Gebietes, durch das ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs geht. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag hatte die Ansprüche im Juli aber zurückgewiesen. China ignoriert das Urteil und baut seine militärische Präsenz noch aus. Ähnlich beansprucht Japan auch die chinesisch Diaoyutai und japanisch Senkaku genannten Felseninseln im Ostchinesischen und hat jüngst weitere Marineschiffe in das Gebiet geschickt./lw/DP/stw