Chinas heimliche Zensur

Freitag, 02.12.2016 10:20 von

Der Arm der chinesischen Zensur reicht weit um den Globus. Unbemerkt verschwinden Nachrichten auf „We Chat“, die politisch unliebsame Wörter enthalten. Die App ist ist das beliebteste Chatprogramm Chinas.

Die populäre chinesische Messenger-App „We Chat“ filtert Nachrichten auf Konten mit chinesischen Telefonnummern nach politisch heiklen Schlüsselwörtern und zensiert bevorzugt Gruppenchats. Selbst wenn ein Nutzer ausreist und zu einer ausländischen Nummer wechselt, dauert die Zensur an, fanden die Forscher von Citizen Lab an der Universität von Toronto heraus. Geblockte Chat-Nachrichten verschwinden neuerdings auch einfach heimlich, ohne dass der Absender wie bisher über die Zensur informiert wird, wie aus den Freitag vorliegenden Ergebnissen hervorgeht.

„We Chat“ ist mit 806 Millionen monatlichen Nutzern die viertgrößte Messenger-App weltweit und das beliebteste Chat-Programm in China. Die Plattform reicht tiefer als andere in alle Lebensbereiche des Milliardenvolkes, da es unter anderem in China weit verbreitete Bezahlsysteme, Einkaufsmöglichkeiten, Informationen oder Taxi- und Fahrdienstvermittlung bietet. Chinesische Nutzer verbringen ein Drittel ihrer mobilen Online-Zeit auf „We Chat“, das der großen chinesischen Technologiefirma Tencent gehört.

Für den Bericht mit dem Titel „Eine App, zwei Systeme“ testeten die Forscher von Citizen Lab 26 821 sensitive Schlüsselwörter über We-Chat-Konten in China, Kanada und den USA. 174 davon lösten die Zensur aus. Es ging meist um die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989, die prodemokratischen Proteste in Hongkong, die in China verbotene spirituelle Bewegung Falun Gong oder Motive mit Witzen oder Kritik an chinesischen Führern.

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