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China: Stimmungsindikatoren signalisieren weiter Wachstum

Sonntag, 09.10.2016 18:18 von

PEKING (dpa-AFX) - In China deuten wichtige Stimmungsindikatoren auf eine Expansion der Wirtschaft hin. Die zuletzt veröffentlichten wichtigsten Indikatoren liegen weiter über der Marke von 50 Punkten und deuten somit auf eine Ausweitung der Geschäftsaktivitäten hin. Zwar sind Chinas Unternehmer im Dienstleistungssektor laut einer neuen Umfrage einen Hauch pessimistischer gestimmt. Doch zuvor hatten sich wichtige Indikatoren bereits stabilisiert oder hatten sich gar leicht verbessert.

Der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" ermittelte Stimmungsindikator ist im September im Vergleich zum Vormonat minimal um 0,1 Punkte auf 52,0 Punkte gesunken, wie das Magazin am Samstag in Peking mitteilte. Er liegt damit weiter über der wichtigen 50-Punkte-Marke. Der Gesamtindikator, der Industrie und Dienstleistungen zusammenfasst, ging mit 51,4 Punkten im Vergleich zum Vormonat etwas deutlicher um 0,4 Punkte zurück.

Am vergangenen Wochenende hatten die veröffentlichten Daten eine weitere Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft signalisiert. Die vor einer Woche veröffentlichten staatlichen Einkausfmanagerindizes für die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe für den September hatten den Trend des zuvor bekanntgegebenen privat ermittelten "Caixin"-Index für die Industrie bestätigt.

So blieb der staatliche Indikator für die Industrie, der vor allem die Stimmung bei den Einkaufsmanagern von großen staatsnahen Betrieben misst, mit 50,4 Punkten auf dem überraschend hohen Niveau des Vormonats und über der wichtigen Marke von 50 Zählern. Oberhalb dieses Wertes ist von einer Ausweitung der industriellen Tätigkeit auszugehen, darunter von einem Rückgang. Der zuvor veröffentlichte "Caixin"-Index für die Industrie hatte leicht auf 50,1 Punkte zugelegt.

Weiter angezogen hatte bereits der staatliche Stimmungsindikator für die Dienstleistungsbranche. Er legte um 0,2 Punkte auf 53,7 Zähler zu und entfernte sich damit weiter vom Mehrjahrestief im Februar. Da China mitten im Wandel von einer verlängerten Werkbank der Welt hin zu einer stärker auf Dienstleistungen gestützten Wirtschaft steckt, rückte der Bereich zuletzt stärker in den Fokus.

Die Stimmungsindizes passen insgesamt in das Bild der jüngsten Daten, von denen zumindest einige auf eine weitere Stabilisierung und zum Teil sogar auf eine Belebung der chinesischen Konjunktur hindeuteten. So hatten sich im August sowohl der Einzelhandelsumsatz als auch die Industrieproduktion besser entwickelt als erwartet. Dies ist auch eine Folge der staatlichen Maßnahmen der Vormonate, die die Wirtschaft ankurbeln sollen.

Vergleichsweise niedrig sind weiterhin die Investitionen der Unternehmen. Die Analysten der britischen Bank HSBC sahen darin zuletzt die "Achillesferse" der chinesischen Wirtschaft. Viele Experten rechnen daher in den kommenden Monaten mit weiteren Schritten der Notenbank und Regierung, um die Konjunktur weiter zu beleben./jha/