China: Stimmungsindikatoren machen Hoffnung - Wirtschaft auf Stabilisierungskurs

Sonntag, 02.10.2016 14:21 von

PEKING (dpa-AFX) - Die chinesische Wirtschaft hat sich zumindest gemessen an den wichtigsten Stimmungsindikatoren weiter stabilisiert. Die am Samstag veröffentlichten staatlichen Einkausfmanagerindizes für die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe für den September bestätigten den Trend des am Freitag bekanntgebebenen privat ermittelten "Caixin"-Index für die Industrie.

So blieb der staatliche Indikator für die Industrie, der vor allem die Stimmung bei den Einkaufsmanagern von großen staatsnahen Betrieben misst, mit 50,4 Punkten auf dem überraschend hohen Niveau des Vormonats und über der wichtigen Marke von 50 Zählern. Oberhalb dieses Wertes ist von einer Ausweitung der industriellen Tätigkeit auszugehen, darunter von einem Rückgang. Volkswirte hatten allerdings mit einem leichten Anstieg auf 50,5 Punkte gerechnet.

Der am Freitag veröffentlichte "Caixin"-Index für die Industrie hatte wie von Experten vorhergesagt leicht auf 50,1 Punkte zu. Das deutet auf jüngste etwas bessere Geschäfte von privaten und mittelständisgelegtchen chinesischen Industriebetrieben hin. Im August war der "Caixin"-Indikator noch überraschend stark um 0,6 Zähler auf 50 Punkte gefallen.

Weiter angezogen hat der staatliche Stimmungsindikator für die Dienstleistungsbranche. Er legte um 0,2 Punkte auf 53,7 Zähler zu und entfernte sich damit weiter vom Mehrjahrestief im Februar. Da China mitten im Wandel von einer verlängerten Werkbank der Welt hin zu einer stärker auf Dienstleistungen gestützten Wirtschaft steckt, rückte der Bereich zuletzt stärker in den Fokus.

Die Stimmungsindizes passen in das Bild der jüngsten Daten, von denen zumindest einige auf eine weitere Stabilisierung und zum Teil sogar auf eine Belebung der chinesischen Konjunktur hindeuteten. So hatten sich im August sowohl der Einzelhandelsumsatz als auch die Industrieproduktion besser entwickelt als erwartet. Dies ist auch eine Folge der staatlichen Maßnahmen der Vormonate, die die Wirtschaft ankurbeln sollen.

Vergleichsweise niedrig sind weiterhin die Investitionen der Unternehmen. Die Analysten der britischen Bank HSBC sehen darin die "Achillesferse" der chinesischen Wirtschaft. Viele Experten rechnen daher in den kommenden Monaten mit weiteren Schritten der Notenbank und Regierung, um die Konjunktur weiter zu beleben./zb/he