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ChemChina macht bei Syngenta-Kauf bei EU-Kartellbehörde keine Zugeständnisse

Montag, 24.10.2016 10:22 von

BASEL/PEKING (dpa-AFX) - Der chinesische Chemiekonzern ChemChina hat bei der Übernahme des schweizerischen Düngemittelherstellers Syngenta offenbar keine Zugeständnisse gegenüber den EU-Kartellbehörden gemacht. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde berichtete, sei die Frist für frühe Zugeständnisse des Konzerns am vergangenen Freitag abgelaufen. Die EU-Kommission hat für ihre Entscheidung, ob die Übernahme ohne Bedingungen durchgeht oder eine vertiefte Prüfung vorgenommen wird, noch bis Freitag (28. Oktober) Zeit.

Am Markt sorgte die Nachricht am Montag für einen Kursrutsch um mehr als fünf Prozent bei Syngenta. Mit der Nachricht sei die Sorge gewachsen, dass die Syngenta-Übernahme scheitern könnte, hieß es. Syngenta selbst sieht unterdessen einen konstruktiven Dialog mit den EU-Behörden. Die Schweizer wollen am Dienstag weiter zur ChemChina-Transaktion informieren.

ChemChina hatte im März das offizielle Kaufangebot für Syngenta vorgelegt und bietet 465 US-Dollar in bar je Syngenta-Namensaktie sowie zuzüglich eine Sonderdividende. Die Angebotsfrist läuft bis zum 8. November 2016, kann aber wie bereits mehrfach geschehen auch noch verlängert werden. Im vergangenen Jahr hatten die Schweizer eine Offerte des US-Konkurrenten Monsanto abgewehrt, der nun selbst von Bayer (Bayer Aktie) für 66 Milliarden Dollar (Dollarkurs) geschluckt werden soll./jha/AWP/mne/fbr