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Marktanalyst Salcher: EZB - Markt hat klare Erwartungshaltung

Chefin ohne Courage

Mittwoch, 19.10.2016 08:20 von

Yahoo legt seine Ergebnisse vor, den traditionellen Investorencall hat der Internetkonzern aber abgesagt. Vorstandschefin Marissa Mayer drückt sich vor ihren Kritikern – und vor allem vor unangenehmen Fragen.

Eine unrühmliche Amtszeit erreicht ihr unrühmliches Finale. Kurz vor Ende von Yahoos Unabhängigkeit brachte das Establishment um Marissa Mayer keinen Mut auf, sich den Fragen der Öffentlichkeit zu stellen. Fragen nach dem größten Datenleck der Technologie-Geschichte beispielsweise, bei dem Accounts von 500 Millionen Yahoo-Nutzern ausgespäht wurden, inklusive verschlüsselter Passwörter.

Fragen nach der Spionagetätigkeit für den US-Nachrichtendienst NSA, für den der Internetpionier eigene Schnüffelsoftware angefertigt und Millionen Nutzer bespitzelt hatte. Fragen nach dem fragilen und möglicherweise neu zu verhandelnden Deal mit Telekommunikationskonzern Verizon (Verizon Aktie). Fragen auch nach Mayers eigener Zukunft.

Doch in diesem so entscheidenden Moment für ihre Firma blieb die Yahoo-Chefin stumm. Das stets an die Quartalsergebnisse anschließende Gespräch mit Investoren hatte sie mit Verweis auf die Übernahmeverhandlungen abgesagt. Die 41-Jährige ließ nur schriftlich mitteilen, das Unternehmen fühle eine „große Verantwortung“, seine Nutzer zu schützen und auch die Sicherheit ihrer Informationen.

Die gescheiterte Geschäftsführerin muss den Schein wahren. Schließlich will sie Yahoos Kerngeschäft immer noch für 4,8 Milliarden Dollar (Dollarkurs) verkaufen. Nach Bekanntwerden der jüngsten Skandale hatte Verizon bereits angedeutet, den Deal neu verhandeln und weniger zahlen zu wollen als zunächst veranschlagt. Dem hatte Mayer eine Absage erteilt.

Sie nutzte auch an diesem Tag die Gelegenheit, ihre Haltung zu unterstreichen. „Wir bereiten uns weiter auf eine Integration mit Verizon vor“, ließ Mayer erklären. „Wir bleiben zuversichtlich und vertrauen nicht nur in den Wert unseres Geschäfts, sondern auch in den Wert, den Yahoos Produkte in das Leben unserer Nutzer bringen.“

Ergebnis eines radikalen Sparkurses

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