CDU-Rentenexperte vermisst mutigeres Vorgehen für Erwerbsgeminderte

Freitag, 25.11.2016 05:21 von

BERLIN (dpa-AFX) - Der CDU-Rentenexperte Peter Weiß hat sich enttäuscht über die Ergebnisse des Koalitionsgipfels im Kanzleramt bei der Erwerbsminderungsrente gezeigt. "Hier könnte man mutiger vorangehen", sagte der Chef der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Allerdings sei es gut, dass es nun überhaupt weitere Verbesserungen für die Betroffenen geben solle. Lobend äußerte sich Weiß über die Verständigung auf die Angleichung der Ost- an die Westrenten.

Die Spitzen von Union und SPD hatten am Abend im Kanzleramt beschlossen, dass Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen früher aus dem Job aussteigen müssen, bessergestellt werden. Künftig sollen deren Erwerbsminderungsrenten so berechnet werden, als ob sie bis 65 Jahre gearbeitet hätten, nicht wie heute bis 62. Die Verbesserungen sollen im Zeitraum zwischen 2018 und 2024 erfolgen. Bestehende Abschläge bleiben unverändert.

Weiß lobte den Beschluss für eine Ost-West-Renteneinheit bis 2025. "Es ist gut, dass wir einen klaren Fahrplan haben", sagte er. "Vor allem für die Menschen, die in den kommenden Jahren im Osten Deutschlands in Rente gehen, ist das eine bessere Lösung als eine Anpassung auf einen Schlag", so Weiß. "Mit dieser schrittweisen Anpassung werden Nachteile für Neurentner im Osten vermindert." Denn auch die Höherwertung der Ostlöhne bei der Rente sollen erst bis 2015 abgebaut werden./bw/DP/zb