Burning Man auf Kölsch

Donnerstag, 08.09.2016 17:40 von

Die Kreativen Amerikas treffen sich in der Wüste von Nevada, Start-up-Insider kommen zum Pirate Summit nach Köln: Ein verrücktes, aber effektives Treffen von Tausend Gründern und Investoren aus aller Welt.

Es ist wahrlich nicht die beste Gegend von Köln. Schon gar nicht für seriöse Geschäfte. Der Weg zum Pirate Summit führt vorbei am berüchtigten „Pascha“ und am „Bordellhaus“ mit greller Neonreklame und einer nackten Frau in Überlebensgröße hin zu einem ehemaligen Schrottplatz voller rostiger Dinosaurier und Skulpturen aus Alteisen.

Symbolisch wurde am ersten Abend vor den ausgelassen tanzenden Piraten ein riesiger Holzmensch verbrannt. Eine selbstbewusste Kölner Hommage an das legendäre Burning Man-Festival in der Wüste von Nevada, das erst vor einigen Tagen zu Ende ging. Dort feiert sich die amerikanische Kreativen- und Gründer-Szene einmal im Jahr selbst.

Ebenso abgedreht, wenn auch einige Nummern kleiner, ist der Pirate Summit in der Domstadt: Köln-Nippes statt Nevada. Zum sechsten Mal trafen sich rund 1000 Start-up-Gründer und millionenschwere Wagniskapitalgeber aus der ganzen Welt. Im Anzünden von großen Puppen haben die Kölner ja Erfahrung: Vor Aschermittwoch wird traditionell der „Nubbel“ verbrannt. Und auch die Sonne brannte diesmal auf das sandige Gelände – fast wie in der Wüste von Nevada.

Am Eingang bekam jeder Teilnehmer eine Augenklappe und warme Socken gereicht – „damit keiner kalte Füße bekommt“. „Schließlich müssen Gründer ebenso unerschrocken sein wie Piraten“, meint Initiator Till Ohrmann. Über ihm saust ein kostümierter Seemann in zehn Metern Höhe an einem Seil quer über das Gelände. Durch die bunte Menschenmenge schlafwandeln Leute mit 3D-Brillen. Wer möchte, darf probeweise eine Drohne fliegen lassen. Ein unvorsichtiger Pirat hat dabei fast seinen Finger verloren.

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