Bundesregierung: Einigung auf globale 'Stadt-Agenda' ein Erfolg

Donnerstag, 20.10.2016 06:13 von

QUITO (dpa-AFX) - Die Bundesregierung sieht die Einigung auf neue globale Richtlinien für die Verbesserung der Lebenssituation in Großstädten beim UN-Weltsiedlungsgipfel in Quito als großen Erfolg. "193 Staaten haben sich auf die New Urban Agenda verständigt", sagte der deutsche Delegationsleiter, Bau-Staatssekretär Gunther Adler, der Deutschen Presse-Agentur. "Dass Städten und Kommunen mehr Selbstbestimmung bei der Stadtplanung eingeräumt werden soll, dass sie weltweit zum eigenständigen Akteur werden sollen, ist nicht zu unterschätzen."

Zum Abschluss des Gipfels mit über 40 000 Teilnehmern soll das Dokument am Donnerstag in Ecuadors Hauptstadt unterzeichnet werden. Vor allem geht es um eine stärkere soziale Ausrichtung, mehr Wohnraum für einkommensschwache Bürger und weniger Kohlendioxid-Ausstoß im Verkehr. 900 Millionen Menschen weltweit leben heute in städtischen Slums; 70 Prozent der Treibhausgasemissionen fallen hier an. Mit fast vier Milliarden lebt schon über die Hälfte der Weltbevölkerung heute in Städten, die nur zwei Prozent der globalen Fläche ausmachen. Adler forderte, den UN-Gipfel nicht mehr nur alle 20 Jahre zu veranstalten.

Das Thema böte große Chancen auch für Unternehmen. Deutschland könne sich stark einbringen und Partnerschaften aufbauen, von denen auch die Unternehmen profitieren können, sagte Adler. Er habe sich zum Beispiel auch mit Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko unterhalten, der über die katastrophale Müllentsorgung in der Ukraine geklagt habe. "Da hat Deutschland viel Know How. Ebenso bei der Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehr und im Gebäudesektor." Die Regierung werde im kommenden Jahr allein eine Milliarde Euro in internationale Projekte zur Förderung klimafreundlicherer Verkehrssysteme investieren, sei es Rad- Schienen- oder Öffentlichen Nahverkehr./ir/DP/stk