Top-Thema

20:23 Uhr +0,34%
Aktien New York: Rekordjagd geht nach kurzem Durchatmen weiter

Bundespressekonferenz entschuldigt sich für Flüchtlings-Satire

Mittwoch, 30.11.2016 20:00 von

„Menschenverachtend“, „Zynismus“, „Fall für den Presserat“: Eine Satire über Schwimmkurse für Flüchtlinge im Mittelmeer traf auf wenig Begeisterung. Die Bundespressekonferenz hat sich nun entschuldigt.

Die Bundespressekonferenz hat sich für eine Satire über Schwimmkurse für Flüchtlinge im Mittelmeer entschuldigt. Der Vorstand bedauere, dass „mit diesem Beitrag Gefühle und Wertvorstellungen verletzt worden“ seien, steht in einer Erklärung aus Berlin vom Mittwoch. „Dafür bitten wir um Entschuldigung.“

Im „Almanach“ zum Bundespresseball, den die Ballgäste bekamen, bietet eine „Bundesbade-Agentur“ ein „Vorschul-Flüchtlingsschwimmen (ab 3 Jahre)“ an, „mit Festhalten an Treibgut, Tauchen bei hohem Wellengang, Springen vom Schlauchbootrand und Atemtechniken bei Nacht und Kälte“. Eine Karte zeigt das Mittelmeer als Schwimmschule. Am Presseball in Berlin - Treff für Presse und Politik - hatte am Wochenende unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck teilgenommen.

Hauptstadtjournalisten großer Medien hatten im Kurznachrichtendienst Twitter zuvor die Satire-Aktion verurteilt. Der Korrespondent der „Süddeutsche Zeitung“, Robert Roßmann, bezeichnete die Broschüre als „menschenverachtend“. Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter schrieb dazu: „So viel Zynismus und Menschenfeindlichkeit macht fassungslos.“ Medienjournalistin Silke Burmester twitterte: „Der #Bundespresseball ein Fall für den #Presserat.“ Podcaster Tilo Jung („Jung & Naiv“) verteidigte hingegen die Aktion: „Satire ist Geschmackssache.“

Nach der Erklärung der Bundespressekonferenz war der Beitrag „im Vorfeld kontrovers diskutiert“ worden. „Es war die Absicht der Autoren, in überspitzender Form auf die Katastrophe von Tausenden von Toten im Mittelmeer aufmerksam zu machen und zur Diskussion über das Schleusertum anzuregen. In einer redaktionellen Endabstimmung haben Herausgeber und Redaktion mit Mehrheit entschieden, dass dieser Beitrag die Grenzen der Satire zwar austestet, aber nicht überdehnt.“

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.