Bundesagentur setzt bei Flüchtlings-Integration auf frühe Job-Praxis

Montag, 24.10.2016 16:16 von

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will Flüchtlinge künftig mit einer engen Verzahnung von Sprachkursen, Betriebspraktika und berufsbegleitender Fortbildung schneller ins Arbeitsleben bringen. Die Jobcenter sollen dazu eng mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften zusammenarbeiten, teilte die Bundesagentur am Montag mit. Das Modell setzt darauf, die Flüchtlinge frühzeitig mit dem Berufsalltag in deutschen Betrieben vertraut zu machen.

In der Zeit, in der die von ihnen beschäftigten Ausländer an einer Fortbildung teilnehmen, könnten Arbeitgeber einen finanziellen Zuschuss von der Bundesagentur erhalten, betonte die Bundesagentur. Ziel sei es, "Geflüchtete und auch Geringqualifizierte dauerhaft und möglichst als Fachkräfte zu beschäftigen", erklärte BA-Vorstandsmitglied Detlef Scheele in einer Mitteilung.

Die Bundesagentur strebe dabei eine Schritt-für-Schritt-Integration der Flüchtlinge in vier Phasen an. In Phase 1 gehe es zunächst um die Erlernung der deutschen Sprache. An den Sprachkursen sollten auch gering qualifizierte Ausländer teilnehmen, die schon länger in Deutschland lebten. In Phase 2 solle der Sprachkurs mit erster Praxiserfahrung in einem Betrieb ergänzt werden.

Ziel der Phase 3 sei schließlich die Vermittlung der Betroffenen in einen sozialversicherungspflichtigen Job. Mit Einverständnis des Arbeitgebers solle aber in dieser Zeit berufsbegleitend die Qualifikation des Flüchtlings weiter verbessert werden. In Phase 4 gehe es schließlich darum, den Zuwanderer dauerhaft fit für den deutschen Arbeitsmarkt zu machen - entweder mit einer Teilqualifikation, einer Berufsausbildung oder einer betrieblichen Umschulung./kts/DP/she