Top-Thema

Bosch mauert im EU-Untersuchungsausschuss

Donnerstag, 15.09.2016 15:20 von

Der Autozulieferer Bosch beteuert, an der Aufklärung des VW-Skandals interessiert zu sein – weist aber im Untersuchungsausschuss des Europaparlaments alle Anfragen zu VW zurück. Die Ermittler zeigten sich enttäuscht.

Die Befragung von zwei Vertretern des deutschen Automobilzulieferers Bosch durch den Untersuchungsausschuss des Europaparlaments zum VW-Skandal hat keine neuen Erkenntnisse gebracht. Alle Fragen zu den Geschäftsbeziehungen zu Volkswagen (VW Aktie) wiesen die Bosch-Vertreter mit Verweis auf laufende Ermittlungen sowie interne Untersuchungen bei Bosch selbst zurück. „Wir bitten dafür um Verständnis“, sagte der Leiter der Bosch-Abteilung für Außenangelegenheiten, Peter Biesenbach, am Donnerstag in Straßburg.

„Das ist enttäuschend“, sagte die Ausschussvorsitzende Kathleen Van Brempt. Unter solchen Umständen sei es schwierig, vernünftig zu arbeiten. Die übrigen Ausschussmitglieder teilten diese Enttäuschung. Immer wieder versuchten sie, mit Fragen etwas über Boschs Rolle bei der Lieferung genau der Software herauszufinden, mit der VW die Abgaswerte manipuliert haben soll. Diese Versuche blieben jedoch ohne Erfolg.

Der Austausch mit den Europaabgeordneten bezog sich deshalb meist nur auf technische Möglichkeiten, mit Software Einfluss auf die bei einem Auto gemessene Abgaswerte zu nehmen. Ein Einfluss bestehe natürlich, aber die Gesamtübersicht könne nur der Autobauer haben, gaben die Bosch-Vertreter an. Zu einer möglichen Schuld von Bosch wollten sie sich nicht äußern.

„Dass man sich an das Gesetz halten muss, ist bei uns ein Prinzip“, sagte Biesenbach. Dass sich ein Autohersteller nicht daran gehalten habe, habe die ganze Branche erschüttert. Deshalb sei Bosch auch an der Aufklärung interessiert und kooperiere mit den Ermittlungsbehörden.

Bosch ist im Zuge des VW-Skandals bereits ins Visier eine Sammelklage in den USA geraten. Die Kläger werfen dem Konzern vor, für die Manipulationen mitverantwortlich zu sein. Bosch hatte im vergangenen Jahr zugegeben, Volkswagen mit Softwarekomponenten beliefert zu haben.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.