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'Blaue Karte' für 49 000 Fachkräfte

Dienstag, 04.10.2016 16:59 von

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Etwa 49 000 hoch qualifizierte Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern haben bisher eine sogenannte Blaue Karte in Deutschland erhalten. Viele von ihnen seien in Berufsfeldern mit hohem Fachkräftebedarf tätig, teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) am Dienstag in Nürnberg mit - etwa als Ingenieure, Naturwissenschaftler, Informatiker oder Ärzte. Laut einer repräsentativen Studie der Behörde üben rund 90 Prozent der Befragten eine stark nachgefragte Tätigkeit in einem dieser Berufsfelder aus.

Deutschland ist demnach bei der "Blauen Karte" europaweit führend: Rund 87 Prozent der Karten werden hierzulande ausgestellt. "Die Studie zeigt, dass Deutschland attraktive Zuwanderungsmöglichkeiten für Hochqualifizierte bietet und diese auch - besonders von gesuchten Fachkräften - genutzt werden", sagte BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise.

Knapp ein Drittel der Befragten plant, für immer in Deutschland zu bleiben. Weitere 39 Prozent streben einen Aufenthalt von mindestens zehn Jahren an. Hauptherkunftsländer sind Indien, China, Russland, die Ukraine, die USA, Syrien, Ägypten, die Türkei, Serbien und der Iran.

Die "Blaue Karte" der EU wurde im August 2012 eingeführt und ist ein befristeter Aufenthaltstitel für hoch qualifizierte Zuwanderer aus Drittstaaten. Sie ermöglicht es, frühzeitig ein Daueraufenthaltsrecht zu erlangen. Voraussetzungen sind ein Hochschulabschluss und eine Arbeitsplatzzusage sowie ein jährliches Mindesteinkommen von aktuell 49 600 Euro. Für Fachkräfte aus den Bereichen Ingenieurwesen, Naturwissenschaft, Informatik und Humanmedizin gilt ein geringeres Mindesteinkommen von 38 688 Euro./cat/DP/das