Probleme bei der Darstellung von ARIVA.DE?

  • Laden unsere Charts bei Ihnen nicht?
  • Wird unser Forum bei Ihnen nicht korrekt dargestellt?

Sie nutzen einen Adblocker, der hierfür verantwortlich ist. Hierauf hat ARIVA.DE leider keinen Einfluss. Bitte heben Sie die Blockierung von ARIVA.DE in Ihrem Adblocker auf.

Probleme bei der Darstellung von ARIVA.DE?

BIZ: Zentralbanken sollen Kryptowährungen schaffen

Dienstag, 19.09.2017 13:45 von

Die BIZ rät Zentralbanken zur Schaffung eigener Kryptowährungen.
Die BIZ rät Zentralbanken zur Schaffung eigener Kryptowährungen. - © istock.com/Zapp2Photo
Seit Jahresanfang sorgen Kryptowährungen für Aufsehen unter Finanzexperten und Investoren. Während einige Kryptowährungen als große Chance sehen, sehen andere Investoren und Experten schwarz und warnen ausdrücklich vor einer Blase. Doch die digitalen Währungen sind nicht mehr zu ignorieren: Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich rät Zentralbanken dazu, sich dringend mit Kryptowährungen auseinanderzusetzen – und sogar eigene Kryptowährungen zu schaffen.

Heutzutage sind Kryptowährungen aus der Finanzwelt nicht wegzudenken. Egal wie man dazu steht – ob man fest an die Zukunft der Kryptowährungen glaubt oder sie als reines Spekulationsobjekt und blasengefährdet ansieht – man kann die Bedeutung der digitalen Währungen nicht mehr ignorieren. Das bestätigte auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Sie fordert Zentralbanken dazu auf, Kryptowährungen ernst zu nehmen und sich auch Gedanken über die Schaffung eigener Kryptowährungen zu machen.

Eine ,,neue Form des Zentralbankgelds‘‘

Experten der BIZ stellen sich unter Zentralbank-Kryptowährungen eine ,,neue Form des Zentralbankgelds‘‘ vor. Auf dieses Geld könnte jeder jederzeit zugreifen, in dem er Euro in eine solche staatliche Digitalwährung tauscht. Dies könnte im Fall eines Landes mit abnehmender Bargeldnutzung wie Schweden von Vorteil sein. Schweden gilt als Vorreiter bei elektronischen Zahlungsmitteln; viele Geschäfte dort akzeptieren kein Bargeld und einige Banken führen sogar keine Bargeldtransaktionen durch. Auch wenn sich elektronische  Zahlungsmittel als sehr praktisch erweisen, geht mit der abnehmenden Bargeldnutzung die Gefahr einher, dass man immer stärker von der Bank abhängig wird. Bargeld bietet die Möglichkeit, sein Erspartes einfach auszahlen zu lassen und sich so vor einer Bankpleite zu schützen. Ohne Bargeld entfällt diese für viele sehr wichtige Möglichkeit. Eine staatliche Kryptowährung könnte in diesem Fall einen Bargeld-Ersatz bieten. So hätten die Menschen auch ohne Bargeld die Möglichkeit, ihr Erspartes dezentral zu verwahren und eine gewisse Anonymität zu wahren – für viele gehören diese Punkte zu den wichtigsten Merkmalen des Bargelds. Schweden arbeitet bereits jetzt an einer eigenen staatlichen Kryptowährung.

Staatliche Kryptowährungen sind schon in Arbeit

Mit seinem Projekt eKrona, das bis 2019 abgeschlossen sein soll, ist Schweden bei Weitem nicht das einzige Land, das eine staatliche Kryptowährung erwägt. Für die USA gibt es bereits das Konzept eines Fedcoin, einer Kryptowährung, die von der amerikanischen Zentralbank erschaffen und reguliert werden würde. Im Gegensatz zu den üblichen Kryptowährungen, bei denen die Menge der Coins festgelegt ist, würde die Fed wie beim Bargeld das Angebot auf Basis der Nachfrage regulieren. Eine Genehmigung der Fed liegt allerdings noch nicht vor. Auch Kanada arbeitet an einer eigenen Währung namens CADcoin, die schon erfolgreich Simulationen der Zentralbank durchlaufen hat, aber von den Banken noch nicht verwendet wird. Ecuador ist mit seiner digitalen Währung schon relativ weit voraus: Neben dem Dollar, den das Land nutzt, seitdem die eigene Währung der Hyperinflation zum Opfer fiel, hat man dort auch die Möglichkeit, eine alternative, staatliche Digitalwährung zu nutzen. Nutzer kaufen über eine App den Dinero Electrónico, den sie dann als Zahlungsmittel verwenden können.

Sorgen um die Sicherheit bei staatlichen Kryptowährungen

Doch gerade die Eigenschaften, die Kryptowährungen als Bargeldersatz attraktiv machen, sind für einige ein Grund zur Sorge. Denn die Anonymität dieser Währungen macht sie besonders beliebt bei Kriminellen. Viele befürchten, dass auch staatliche Kryptowährungen für kriminelle Zwecke verwendet werden könnten. Doch die BIZ-Experten erwidern, dass solche kriminelle Geschäfte mit staatlichen Kryptowährungen nicht möglich wären, da Nutzer untereinander anonym handeln könnten, ihre Identität aber der Zentralbank offenlegen müssten. Auch die hohen Schwankungsraten der Kryptowährungen, die man im vergangenen Jahr beobachten konnte, dürften besorgniserregend sein. Doch auch hier sagt die BIZ, dass die Kurse nicht derart schwanken würden – bei einem Modell wie dem des Fedcoin würde die Fed das Angebot der Währung regulieren, um so starken Kursschwankungen entgegenzuwirken, wie sie es bereits beim Dollar tun kann.

Kryptowährungen sind und bleiben ein ernstzunehmender Teil der Finanzwelt. Die Kursschwankungen der letzten Monate waren für Anleger spannend, doch nun müssen Kryptowährungen ernst genommen werden – nicht nur als Spekulationsobjekt, sondern auch als mögliches Zahlungsmittel der Zukunft.