BGH stärkt vermutlich Rechte von Autokäufern bei gefährlichen Mängeln

Mittwoch, 26.10.2016 13:31 von

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Steht die Sicherheit des Fahrers auf dem Spiel, muss der Autoverkäufer wohl alles tun, um ein nur gelegentlich auftretendes Problem zu finden und zu beheben. Das könnte auch aufwendige Untersuchungsfahrten oder Ausbauten beinhalten, wie sich am Mittwoch in einer Verhandlung am Bundesgerichtshof (BGH) abzeichnete. Das Urteil sollte am Nachmittag veröffentlicht werden.

Käufer und Verkäufer streiten darum, ob der Händler einen gebrauchten Volvo zurücknehmen muss, bei dem sich in den ersten Monaten mehrfach das Kupplungspedal verklemmte. Bei einer Probefahrt des Verkäufers schien alles in Ordnung. Er schickte den Kunden deshalb nach Hause - er solle wiederkommen, wenn das Problem wieder auftauche. Der Käufer wollte das nicht akzeptieren und trat vom Kaufvertrag zurück.

Dazu hatte er wohl auch das Recht, wie der Senat andeutete. Abwarten sei in einem solchen Fall eher nicht zumutbar. (Az.: VIII ZR 240/15)/sem/DP/stb