Top-Thema

20:23 Uhr +0,34%
Aktien New York: Rekordjagd geht nach kurzem Durchatmen weiter

Beratungen über neues Unabhängigkeitsreferendum in Schottland

Donnerstag, 20.10.2016 16:31 von

EDINBURGH (dpa-AFX) - Nach dem Votum der Briten zum Austritt aus der EU haben in Schottland Beratungen über ein zweites Unabhängigkeitsreferendum begonnen. Der Vorstoß kam kurz vor einem geplanten Besuch der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon bei der britischen Premierministerin Theresa May in London am Montag. Sturgeon sagte am Donnerstag, sie werde sich in der britischen Hauptstadt dafür einsetzen, dass Schottland Teil des Europäischen Binnenmarkts bleibe, "selbst wenn der Rest des Vereinigten Königreichs ausscheidet".

Außerdem wolle sie "wesentliche zusätzliche Befugnisse" für das Regionalparlament in Schottland als Teil der EU-Austrittsverhandlungen fordern. Das betreffe auch Verträge mit anderen Ländern und das Thema Einwanderung.

Trotzdem müsse die Unabhängigkeit "eine der Optionen bleiben", sagte Sturgeon einer Mitteilung zufolge. Sie wolle dazu einen Gesetzentwurf vorlegen, der dem Parlament alle Möglichkeiten gebe, "Schottlands fortdauernde Beziehungen mit Europa zu schützen".

Beim Brexit-Referendum am 23. Juni hatte die Mehrheit der Schotten für den Verbleib gestimmt. Das hat eine Debatte über ein erneutes Referendum über die schottische Unabhängigkeit entfacht. Zuletzt hatten die Schotten 2014 darüber abgestimmt, ob sie sich von Großbritannien trennen wollen. Damals stimmten knapp 55 Prozent für einen Verbleib im Vereinigten Königreich./cmy/DP/tos