Begegnung in der Lounge

Samstag, 08.10.2016 10:40 von

Herr K. begegnet am Flughafen seinem jüngeren Ich – und resümiert über Leben, Karriere und die Lufthansa (Lufthansa Aktie). Ratschläge gibt es dann aber nicht – das mit dem Öko-Hof in der Niederlausitz würde ja doch nichts werden.

Manchmal ist die Zukunft schrecklich jung und breitbeinig. Jetzt zum Beispiel sitzt diese Zukunft Herrn K. in der Lounge am Flughafen gegenüber und nuschelt ins Handy: „Ja, seit voriger Woche ... Frequent Traveller ... krass, Alter ... voll Businessclass jetzt.“ Der junge Mann fläzt sich im Ledersessel gegenüber. Frisur, Anzug, Handgepäckkoffer – alles an ihm entspricht der internationalen DIN-Norm für Führungskräfte-Nachwuchs. Gibt‘s für die eigentlich mittlerweile Kataloge? So in der Art: „Ich hätt‘ gern noch dreimal Oestrich-Winkel, zwei St. Gallen und einmal Stanford.“

„Ob die in dieser Opa-Fabrik den Business-Case verstehen ... I doubt it“, sagt der Endzwanziger gerade. Aha, denkt Herr K. Auch noch Unternehmensberater. McKinsey wahrscheinlich. War klar. Gerade noch Uni, und jetzt darf er deutsche Mittelständler schon mit seinen Workshop-Weisheiten erschrecken.

Herr K. könnte natürlich versuchen, ein Gespräch mit dem jungen Mann anzufangen. Jovial. Nicht zu belehrend. Er könnte ihm empfehlen, etwas weniger selbstsicher durchs Leben zu gehen, weil Demut letztlich immer hilft. Er könnte ihm verraten, dass die Wanne mit den lauwarmen Frikadellen in der Lounge all die Strapazen der nächsten Jahre ganz und gar nicht rechtfertigt.

Oder noch besser: Er könnte ihm das Lufthansa‘sche Drei-Karten-Gesetz erklären: Frequent Traveller = 14-Stunden-Arbeitstage und wenig zu Hause. Senator = Chefstatus ohne normale Ehe. Hon Circle = „Mama, wer issen der komische alte Mann da an der Tür?“

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