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BDI-Präsident bekommt 180 000 Euro für ehrenamtliche Tätigkeit

Freitag, 02.09.2016 18:05 von

BERLIN (dpa-AFX) - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zahlt seinem Präsidenten Ulrich Grillo für den ehrenamtlichen ausgeübten Posten 180 000 Euro im Jahr. Die Summe decke den persönlichen Aufwand des BDI-Präsidenten ab und solle helfen, den Verzicht auf andere Mandatsvergütungen auszugleichen, erklärte ein Verbandssprecher am Freitag. Über die Zahlung hatte zuerst der "Spiegel" in einer Vorabmeldung berichtet.

Die Summe deckt allerdings nicht die tatsächlichen Kosten ab, die Grillo im Amt entstehen. Diese Sachkosten würden selbstverständlich abgerechnet, erklärte der Sprecher. Dafür gebe es ein Budget, das jährlich durch die BDI-Mitgliederversammlung genehmigt werde und 2015 ein Volumen "im sehr niedrigen sechsstelligen Bereich" hatte.

Der Vorwurf, Grillo werde für ein Ehreamt entlohnt, führe in die Irre, sagte der Sprecher. "Ein BDI-Präsident hat heutzutage alles andere als ein rein repräsentatives Amt." Er vertrete die deutsche Industrie in sämtlichen wichtigen Gesprächen, etwa auf Augenhöhe mit Staats- und Regierungschefs oder bei krisenhaften Entwicklungen.

Nach dem Bericht des "Spiegel" verstehen andere Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft das Ehrenamt anders. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände erhalte keine Vergütung. Lediglich Auslagen würden ersetzt. Die gleiche Regelung gilt den Angaben nach auch beim Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK)./gra/DP/stb