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Bastei Lübbe rutscht in die roten Zahlen

Mittwoch, 19.10.2016 16:20 von

Der Kölner Verlag Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Aktie) musste nach einem WirtschaftsWoche-Bericht seine Abschlüsse korrigieren. Statt eines dicken Gewinns steht nun für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Minus.Bastei Lübbe präsentierte am Mittwoch die korrigierten Zahlen für die beiden abgelaufenen Geschäftsjahre. Das börsennotierte Unternehmen musste die Konzernabschlüsse wegen windiger Geschäfte mit einer mutmaßlichen Briefkastenfirma in London neu aufstellen. Die WirtschaftsWoche hatte im Juli exklusiv darüber berichtet.Zwei Verkäufe von Unternehmensanteilen an die Londoner Firma Blue Sky (Sky Aktie) Tech Ventures hatten Bastei in beiden Jahren dicke Gewinne eingebracht. Doch die Recherchen der WirtschaftsWoche nährten Zweifel an den Deals - offenbar auch beim Wirtschaftsprüfer KPMG. Er drohte Bastei Lübbe nach der Veröffentlichung, dem Konzernabschluss das Testat zu entziehen und bestand darauf, dass die beiden Geschäfte rückabgewickelt werden.Minus statt MilliardenertragBastei beugte sich diesem Druck und stellte die Konzernbilanzen neu auf. Schon vor der Präsentation der Zahlen am Mittwoch war klar, dass die Rückabwicklung Bastei Lübbe Gewinn kosten würde. Tatsächlich waren die Zahlen, die Bastei-Chef Thomas Schierack vorstellte, noch etwas schlechter als ursprünglich vom Unternehmen befürchtet. Für 2014/2015 fällt der Gewinn von gut zehn auf drei Millionen Euro. Und das im März abgelaufene Geschäftsjahr 2015/2016 beendet Bastei Lübbe statt mit acht Millionen Euro Ertrag sogar mit 0,3 Millionen Euro Verlust.Besonders pikant: Nicht nur die beiden von der WirtschaftsWoche kritisierten Geschäfte mussten die Kölner rückabwickeln. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Verlag kurz vor dem Bilanzstichtag des abgelaufenen Geschäftsjahrs einen weiteren Deal mit der mutmaßlichen Briefkastenfirma abgeschlossen. So steht es im neu aufgelegten Geschäftsbericht auf Seite 96.

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