'Basel IV'-Streit: Chef des Baseler Ausschusses setzt immer noch auf Kompromiss

Montag, 28.11.2016 08:03 von

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Im Streit um die künftigen Kapitalregeln für Banken ("Basel IV") rechnet ein wichtiger Bankenaufseher mit einer baldigen Einigung. Stefan Ingves, Präsident der schwedischen Notenbank und Chef des sogenannten Baseler Bankenausschusses, stellte einen Kompromiss bis zum Jahresende in Aussicht. "Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt; und es ist meine Aufgabe, dies sicherzustellen," sagte Ingves, der als Verfechter strenger Vorschriften gilt, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe) vor dem möglicherweise entscheidenden Treffen der Bankenaufseher in Santiago de Chile.

In der südamerikanischen Stadt kommen die Mitglieder des Baseler Ausschusses, Notenbanker und Bankenaufseher aus 27 Ländern zusammen, um sich auf die künftigen Kapitalvorgaben zu einigen. Zuletzt ist vor allem zwischen Europa und den USA ein Streit darüber entbrannt. Beide Seiten sehen ihre Häuser jeweils zu stark reglementiert und benachteiligt. Im Mittelpunkt der Diskussion steht vor allem die Bewertung von Risiken. Ingves sagte dazu: "Aber es scheint in Mode zu kommen zu sagen, die Dinge sollen sich ändern, und zugleich doch keine Änderung zulassen zu wollen. Das ergibt keinen Sinn."

Seit der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten ist zudem unklar, ob die amerikanischen Mitglieder des Regulierungsgremiums überhaupt noch die Rückendeckung für neue Vereinbarungen haben. Es sei noch zu früh, um zu sagen, inwieweit die Wahl in den Vereinigten Staaten die Arbeit des Ausschusses beeinflusse, sagte Ingves. "Aber vergessen Sie nicht, der Basler (Basler Aktie) Ausschuss besteht vor allem aus Experten von Zentralbanken und Bankenaufsichtsbehörden."/zb/fbr