Barclays warnt vor Überraschungen

Montag, 09.01.2017 13:00 von Handelsblatt

Das britische Finanzunternehmen Barclays warnt vor Unruhen in den Rohstoffmärkten. Es gäbe verschiedenste Gefahren von Zahlungsausfällen, Protektionismus bis hin zu Handelskriegen, die den Markt stören könnten.

Bei Rohstoffen sollten Anleger in diesem Jahr ihren Blick für das Unerwartete schärfen. Barclays Plc sieht eine hohe Wahrscheinlichkeit für Störfeuer an den Rohstoffmärkten von Energie bis Metall. Die Liste potenzieller Gefahrenherde reicht von einem Zahlungsausfall in Venezuela über Aufstände in Chile bis hin zu einem Handelskrieg mit China.

„Die neue Politik des Populismus und protektionistische Handelspolitiken bergen das Potenzial, weltweit Angebot und Nachfrage für verschiedene Rohstoffe zu stören“, erklärten Analysten um Michael Cohen und Dane Davis vergangene Woche in einem Bericht. Aufgrund einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ für Marktstörungen sind die Risiken ihrer Einschätzung nach im Jahr 2017 aufwärts gerichtet.

Im vergangenen Jahr wiesen Rohstoffe ihren ersten Jahresgewinn seit 2010 auf. Hintergrund war die Erholung an den Energiemärkten und die Reaktion der Anleger auf unerwartete politische Ereignisse wie den Wahlsieg von Donald Trump in den USA und das Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union. Barclays vertritt die Meinung, dass die Märkte auch in diesem Jahr auf irgendeine Weise überrascht werden dürften. Die Analyse der Bank hebt den wichtigsten Punkt hervor: die Politik wird wahrscheinlich einen ebenso große Rolle spielen wie die Wirtschaft.

„Schwarze-Schwan-Ereignisse nehmen verschiedenste Formen an, und die Märkte können jahrelang brauchen oder nur einen Moment, um sie einzupreisen“, schreiben die Analysten mit Blick auf extreme Vorkommnisse oder Vorgänge, die als unwahrscheinlich gelten und daher von Marktteilnehmern nicht berücksichtigt werden. „China, Russland, der Nahe Osten und die Türkei werden den Rohstoffkomplex 2017 wahrscheinlich überraschen.“

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