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Banken haben noch immer zu viele Filialen

Mittwoch, 16.11.2016 18:00 von

Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, über die mageren Perspektiven der Branche und den Weg zu einer europäischen Einlagensicherung.

WirtschaftsWoche: Herr Kemmer, die Commerzbank (Commerzbank Aktie) baut 9000 Stellen ab und um die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) gibt es große Sorgen. Wie solide sind die deutschen Banken?Michael Kemmer: Der Sektor ist insgesamt stabil, das hat auch der letzte Stresstest der EZB gezeigt. Die Banken haben ausreichend Kapital und Liquidität. Ich sehe keinen Grund zur Sorge.

Viele Investoren offenbar schon. Sie bewerten die wenigen deutschen Banken, die an der Börse notiert sind, noch deutlich schlechter als viele Institute aus Krisenländern.Keine Frage, die Kurse sind unbefriedigend. Das liegt aber vor allem an Unsicherheiten über die künftige Profitabilität und teilweise auch an noch nicht erledigten Rechtsverfahren. Die niedrigen Zinsen, der intensive Wettbewerb, der digitale Wandel des Geschäfts und die Regulierung setzen die Erträge der Banken unter Druck. Aber sicher zweifelt kein Investor an der Qualität der von deutschen Banken vergebenen Kredite.

Aufseher und selbst der IWF kritisieren die mangelnde Profitabilität und damit die Geschäftsmodelle deutscher Banken. Was sollen sie tun?Sie können weiter sparen und so die Effizienz verbessern. Gerade über die Digitalisierung von Prozessen lassen sich die Kosten noch deutlich senken. Und trotz der schon erfolgten Schließungen sehe ich immer noch Überkapazitäten im Filialnetz.

Nur Sparen kann doch nicht die Antwort sein. Warum gibt es keine innovativen Konzepte?Ich wüsste tatsächlich nicht, in welchem Segment in absehbarer Zeit größere Wachstumsraten möglich sein sollten. Die Niedrigzinsen drücken die Erträge und auch die Kreditnachfrage bleibt verhalten. Zudem fordert und sie Umsetzung der Regulierung, da bleibt wenig Raum für Visionen. Perspektivisch können sich aus der Digitalisierung neue Erlösmodelle entwickeln, etwa indem wir die Daten der Kunden besser nutzen

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