Bahngewerkschaft EVG: Wollen in Tarifrunde bis Weihnachten Klarheit

Montag, 17.10.2016 15:11 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei der Deutschen Bahn verhandeln Arbeitgeber und die Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG) seit Montag über ein neuartiges Tarifsystem für rund 100 000 Beschäftigte. EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba bekräftige am Montag in Frankfurt ihre Forderung nach 4,5 Prozent mehr Gehalt und einem erstmaligen Wahlrecht für die Mitglieder. Sie sollten entscheiden können, ob sie sechs Tage mehr Urlaub im Jahr, eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit oder weitere 2,5 Prozent mehr Geld haben wollen.

Ziel der Verhandlungen seien nicht die Bahn-Kunden, sagte Rusch-Ziemba. "Wir wollen jetzt nicht in den Arbeitskampfmodus gehen." Bis Weihnachten seien drei Gesprächsrunden angesetzt. "Spätestens dann sollten wir Klarheit darüber haben, ob wir ein Ergebnis am Verhandlungstisch erzielen können." Streiks schloss sie nicht aus. "Wenn nötig sind wir zu allem entschlossen." Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber betonte, man wolle ein Ergebnis zum Wohl von Kunden und Mitarbeitern erzielen. Streiks im Weihnachtsverkehr seien kein Ziel.

Parallel verhandeln seit rund einer Woche die Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Während die GDL auf das Zugpersonal beschränkt ist, vertritt die EVG alle Beschäftigtengruppen. Wie schon 2015 muss die Bahn getrennte Verhandlungen führen, will aber inhaltsgleiche Tarifverträge abschließen. "Wir wünschen uns, dass eine Einigung schneller gelingt als das letzte Mal", sagte Weber. Der Tarifkonflikt 2015 war mit neun Streiks der GDL der härteste in der Geschichte der Bahn./als/DP/stb