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Bafin-Prüfung: Banken stoppen Neugeschäft mit Bonitätsanleihen

Freitag, 02.09.2016 11:50 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Als Reaktion auf die Verbotspläne der Finanzaufsicht Bafin für Bonitätsanleihen haben führende Banken ihr Neugeschäft mit solchen Papieren vorerst eingestellt. So legen die Marktführer Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und Dekabank keine neuen Papiere mehr auf, wie sie der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt mitteilten. Auch die Hypovereinsbank und die DZ Bank haben das Neugeschäft gestoppt.

Mit Bonitätsanleihen können Anleger auf die Kreditwürdigkeit von Unternehmen wetten. Insgesamt haben Geldhäuser hierzulande laut Zahlen des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Papiere im Volumen von 6,3 Milliarden Euro an Privatanleger herausgegeben. Die vier genannten Banken haben zusammen einen Marktanteil von gut 94 Prozent.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte Ende Juli erklärt, den Verkauf von Bonitätsanleihen an Privatanleger verbieten zu wollen. Sie hatte den Banken eine Frist für Stellungnahmen bis zu diesem Freitag (2.9.) eingeräumt. Die Bafin will nach Auswertung der Reaktionen entscheiden, "ob und wie das geplante Produktverbot erlassen wird", wie ein Sprecher sagte. Ein genereller Verkaufsstopp wäre richtungsweisend: Damit würde die Finanzaufsicht erstmals alle Möglichkeiten ausschöpfen, die sie mit dem 2015 erlassenen Kleinanlegerschutzgesetz hat.

Die Bafin glaubt, dass Sparer die Risiken von Bonitätsanleihen kaum bewerten können. Zudem hält sie die Bezeichnung Anleihe für irreführend und moniert Interessenskonflikte zwischen Banken, die die Papiere auflegen und Firmen, auf die sie sich beziehen./als/DP/stb