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Ausgaben der Gemeinden wachsen schneller als die Einnahmen

Montag, 26.09.2016 10:27 von

WIESBADEN (dpa-AFX) - Den Gemeinden in Deutschland haben im ersten Halbjahr dieses Jahres knapp drei Milliarden Euro in den Kassen gefehlt. Zwar nahmen die Gemeinden und Gemeindeverbände insgesamt rund 110,1 Milliarden Euro ein, zugleich stiegen aber die Ausgaben auf 113,0 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte.

"Das Problem ist, dass die Ausgaben schneller gewachsen sind als die Einnahmen", sagte ein Experte der Behörde. Treiber bei den Ausgaben sind nach seinen Angaben vor allem die Sozialleistungen. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent auf knapp 30 Milliarden Euro.

Im Vergleichsraum des Vorjahres lag das Defizit der Kommunen bei etwas mehr als einer Milliarde Euro: Von Januar bis Juni 2015 nahmen die Gemeinden 104 Milliarden Euro ein und gaben 105 Milliarden aus.

Im ersten Halbjahr 2016 stiegen die Einnahmen um 5,5 Prozent. Dies ist nach Angaben der Statistiker vor allem auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen. Allein die Gewerbesteuer spülte mehr als 20 Milliarden Euro in die Kassen der Kommunen. Doch zugleich stiegen die Ausgaben um 7,2 Prozent. Die Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz legten um 145 Prozent zu. Sie summieren sich auf rund 2,9 Milliarden Euro./cru/DP/zb