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Aus Gülle wird Geld

Sonntag, 20.11.2016 20:40 von

Sonnenenergie, Wasser-oder Windkraft. Um die Energiewende zu schaffen, gibt es viele Möglichkeiten. Ein Naturprodukt soll jetzt durchstarten und die Energieerzeugung ergänzen. Die Branche verlangt aber Unterstützung.

Das wohl anrüchigste Thema der Nutztiermesse „Eurotier“ hat seine eigene kleine Nische auf der Branchenschau in Hannover. Zwischen Hightech-Schweineställen und modernen Melkrobotern lotet die Branche ihre Befindlichkeiten aus. „Biogas Convention“ nennt sich die Fachkonferenz, die am Dienstag auf der Messe eine Standortbestimmung vornimmt. Aus Gülle oder Biomasse Strom erzeugen, lautet ihr Motto. Rund sechs Prozent des deutschen Energiebedarfs sichert die Branche so mittlerweile ab.Branchenverbandspräsident Horst Seide verkündet, dass in diesem Jahr bundesweit wohl insgesamt 150 Biogasanlagen neu ans Netz gegangen seien. Einen Grund zum Jubeln sieht er dennoch nicht. Denn Teil der Wahrheit ist auch, dass der Zuwachs inklusive der wegen Insolvenz oder aus anderen Gründen stillgelegten Biogasanlagen netto gegen Null tendiert. Seide gibt daher zu: „Der Markt in Deutschland stagniert.“ Allerdings sieht er nach der getrübten Stimmung des Vorjahres nun wegen der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und eines damit wieder verlässlicheren politischen Umfelds Perspektiven.

Für eine nachhaltige Belebung des Marktes seien aber Zusatzeinnahmen nötig - etwa über den bisher stiefmütterlich behandelten Wärmemarkt. Die bisher mit durchschnittlich 2,6 Cent je Kilowattstunde vergütete Wärme aus Biogasanlagen sei dafür völlig unzureichend.„Wenn die zahlreichen klimarelevanten Leistungen von Biogas finanziell eingerechnet würden, könnten die Anlagen zu sehr viel besseren Konditionen betrieben werden“, meint auch Seides Stellvertreter Hendrik Becker, der von einer weltweit sehr großen Nachfrage nach entsprechender deutscher Technologie berichtet. Ohne sie könnten viele der auf 600 geschätzten Biogas-Anlagenhersteller in Deutschland wirtschaftlich kaum noch überleben.

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