Auf der Suche nach dem verlorenen Geld

Montag, 26.09.2016 06:20 von

Die Schweiz sucht nach Besitzern und Erben herrenloser Konten. Es geht um Millionen von Franken. Die WirtschaftsWoche hat mit einem Erben erfolgreich nach verschollenem Vermögen gesucht. So kommen auch Sie an Geld.

Da war Rainer Gutmann etwas überrascht. „Vier oder fünf Leute“ hatten sich im Dezember 2015 bei ihm gemeldet, erzählt der Privatmann. Ganz plötzlich. Sie hätten festgestellt, schrieben die in E-Mails, dass er möglicherweise der rechtmäßige Erbe eines bislang unentdeckten Vermögens sei. „Die Menschen erklärten sich bereit, mir zu helfen, das Geld zu finden“, sagt Gutmann.

Doch was sich zunächst anhörte wie eine unglaubliche Geschichte brachte Gutmann auf eine Spur. Sie führte ihn zu der Internetseite dormantaccounts.ch. Die Seite hatte die Schweizerische Bankiervereinigung Mitte Dezember freigeschaltet. Über die Plattform wollen Schweizer Banken die Besitzer und Erben herrenloser Konten finden. Es geht um Menschen, die sich seit 1955 oder länger nicht mehr bei ihrer Bank gemeldet haben. Dass der eigentliche Kunde noch lebt, ist daher unwahrscheinlich. Vor allem Erben wie Gutmann können die Internetseite daher nutzen, um nach dem verschollenen Geld ihrer Vorfahren zu suchen.

Die Schweizer nennen solche Gelder nachrichtenlose Vermögen. 3500 Namen haben die Banken bislang im Internet publiziert - und jedes Jahr kommen nun neue hinzu. Hinter den Kunden stehen Aktien, Tagesgelder oder gar Goldbarren -, denn die Banken haben auch den Kontakt zu Kunden verloren, die Schließfächer gemietet haben. Derzeit sind unter den publizierten Namen auch 80 solcher Safes. Die Schweizerische Bankiervereinigung taxiert die insgesamt hinter den Kunden stehenden Vermögenswerte auf über 60 Millionen Franken - im Schnitt mehr als 17.100 Franken pro Kunde.

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