„Auch Haare können kommunizieren“

Sonntag, 11.09.2016 12:00 von

Die Frisur von Politkern sorgt stets für Gesprächsstoff. Das gilt besonders für Donald Trump. Doch egal ob seine Haare aussehen wie ein „Verlassenes Nest“ oder ein „Haarspray-Labyrinth“: Haare beeinflussen die Meinung.

Toupet oder nicht? Seit mehr als einem Jahr wird über Donald Trumps goldgelbe Haarpracht spekuliert und gespottet. Die „Washington Post“ fasste kürzlich die 100 besten Bezeichnungen von Trumps Haaren zusammen: Die Liste reichte vom „verlassenen Nest“ bis zum „Haarspray-Labyrinth“.

Um Hillary Clintons Haare ist es zwar gerade etwas ruhiger, doch auch ihre Frisuren sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Vom Gummiband bis zum zerzausten Pferdeschwanz wurde die Demokratin für viele ihrer Stylings kritisiert.

„Haare beeinflussen die Meinungen von Menschen“, sagt Joe Navarro. 25 Jahre lang arbeitete der US-Amerikaner als FBI-Agent. „90 Prozent meiner Arbeit bestand darin, die Körpersprache zu analysieren. Auch Haare können kommunizieren“, sagt er. „Haare offenbaren sowohl die Gesundheit und den Status als auch den Gemütszustand der Person.“

Der New Yorker Starfriseur Martial Vivot, der sich auf Männer spezialisiert hat, schreibt: Niemals hätte er Trumps Frisur so ausgewählt! Er bezeichnet Trumps Schopf als „Johnny-Bravo-Frisur“, angelehnt an die semmelgelbe Figur aus einer gleichnamigen US-Zeichentrickserie.

„Anpassen oder nicht anpassen, das ist die entscheidende Frage“, sagt Ex-FBI-Agent Navarro. So wurden Albert Einsteins wirre Haare zu seinem Symbol - unangepasst. Trumps Frisur fällt ebenso aus allen Rastern. Auf Twitter versuchen zahlreiche Nutzer mit dem Hashtag #PostATrumpSelfie, seine Haartolle zu imitieren. Den Anfang machte Moose Allain im Februar - er legte sich drei Bananen auf den Kopf. Es folgten Wischmops, Katzen und Klopapierrollen.

Trump scheint der ganze Trubel um seine Haare wenig zu stören. Navarro sieht darin eine gelungene Taktik, ist die Frisur doch zu einem Markenzeichen des New Yorkers geworden.

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