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Angriff auf die Londoner City

Mittwoch, 07.09.2016 18:20 von

EU-Finanzmarktkommissar Valdis Dombrovskis droht den Briten mit ernsthaften Folgen für den Finanzplatz, sollte London nach dem Austritt aus der Europäischen Union die Einwanderung beschränken.

Es ist gerade zwei Monate her, dass der britische EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill nach dem Brexit-Referendum zurückgetreten ist. Sein Nachfolger kommt aus dem Baltikum, heißt Valdis Dombrovskis und gibt sich gegenüber London äußerst angriffslustig. Im Interview mit dem Handelsblatt warnt der neue Kommissar vor „ernsthaften Auswirkungen“ des Brexits für die Londoner City und kündigt kompromisslose Ausstiegsverhandlungen an: „Rosinenpickerei können wir nicht dulden. Wenn Großbritannien künftig keine Arbeitnehmerfreizügigkeit mehr gewähren will, dann müssen wir im Gegenzug den Kapitalverkehr beschränken. Die britischen Finanzinstitutionen werden dann keinen freien Zugang zum Binnenmarkt mehr haben.“

Der ehemalige lettische Ministerpräsident greift dort an, wo es den Briten richtig wehtut. Denn die Finanzbranche ist in ihrer Bedeutung vergleichbar mit dem Stellenwert der Autoindustrie in Deutschland: Sie steht für zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2,2 Millionen Jobs sind davon abhängig. Allein in London beschäftigen Banken, Versicherungen & Co. 750.000 Menschen.

Noch hält Premierministerin Theresa May still. Sie will frühestens Anfang nächsten Jahres einen Austrittsantrag stellen und über die Arbeitnehmerfreizügigkeit entscheiden. Doch nicht nur Dombrovskis legt sich eine Strategie für diesen Tag zurecht: Auch einige Banken sind bereits dabei, Fakten zu schaffen. Über den Sommer haben große US-Institute Finanzkreisen zufolge ‧Pläne für den Aufbau eines Europageschäfts in Dublin, Luxemburg und Frankfurt erarbeitet.

Mehr noch: Am Mittwoch forderten Topbanker im Gespräch mit dem britischen Schatzkanzler Philip Hammond Planungssicherheit. Ein Topbanker drohte: „Wir werden nicht bis zur letzten Minute warten, bis sich die Regierung zu Entscheidungen durchgerungen und ihre internen Querelen gelöst hat.“

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