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Alter, weißer Mann, was nun?

Freitag, 02.09.2016 15:20 von

Herr K. fühlt sich ignoriert – im Ikea-Katalog findet er als deutscher Durchschnittsmann nicht mehr statt. Dabei ist der reale Möbelmarkt voll von Männern wie ihm. Natürlich im wesentlichen als „Knagglig“-Stemmer.

Bis vor kurzem dachte Herr K., dass er so etwas wie durchschnittlichster deutscher Durchschnitt sei: Mitte 40, weiß, Mainstream. Am Wochenende ist zum Beispiel seine nächstgelegene Ikea-Filiale voller Männer wie ihm. Sie schieben den Einkaufswagen hinter ihren Frauen her und wuchten klaglos Dutzende von Plunder-Kisten namens „Knagglig“ aufs Kassenband. Komisch ist nur, dass Typen wie Herr K. im neuen Ikea-Katalog kaum noch vorkommen.

Schon das Cover wirkt wie das Ensemble einer Til-Schweiger-Komödie rund um ein großes Integrations-Happy End. So in der Art: Der Cem entdeckt endlich seine Liebe zu Selin, was wir aber vor allem der Weisheit der mütterlichen Nadifa verdanken, die sicher Sozialtherapeutin ist. Cem macht irgendwas mit Medien und Selin auf dem zweiten Bildungsweg gerade Abi. Vorn mit dem Rücken zum Ikea-Katalog-Kunden sitzt noch eine blonde Dörte, die wahrscheinlich geschieden ist und alle zum Essen eingeladen hat, weil ihr sonst die Decke auf den Kopf fällt.

Der erste Mensch aus der sozio-demografischen Schublade von Herrn K. ist auf Seite 51 der grauhaarige Lennie Malmgren. Er ist „Product Developer“ bei Ikea und findet sich unter dem Messer-Set Småbit. Tja. Was will Ikea Herrn K. damit sagen? Dass der schwedische Konzern Deutschland bereits so bunt erlebt? Oder muss der Katalog einfach in Paderborn genauso funktionieren wie in Huangdong, Bagdad und Mogadischu? Oder warnt Ikea: Hey, alter, weißer Mann ... deine Zeit geht zu Ende!

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