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Alte Sünden und neue Probleme für Hiesinger

Mittwoch, 23.11.2016 18:40 von

Thyssenkrupp-Chef Hiesinger tritt auf der Stelle. Den Stahl wird er nicht los, der Korruptionssumpf ist längst nicht ausgetrocknet. Neue Bestechungsvorwürfe werden bei der Bilanzvorlage am Donnerstag im Fokus stehen.

Solche Schübe gibt es selten für Stahlaktien. Nur, weil der designierte US-Präsident Donald Trump Anfang dieser Woche ankündigte, er werde die Stahlerzeugung in den USA vorantreiben, witterte die Börse schon einen neuen Stahlboom. Die US-amerikanischen Konzerne U.S. Steel und Olympic Steel schossen um 16 Prozent nach oben. Auch europäische Stahlwerte beeinflusste Trumps frohe Botschaft: Die Aktien von Thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) legten am Mittwoch um 1,7 Prozent zu – nicht üppig, aber immerhin.

Aus dem Schlamassel wird Trump der Stahlbranche aber kaum helfen können. Es gibt sowieso schon viel zu viel Stahl auf der Welt. Global sind es derzeit 660 Millionen Tonnen Stahl, die zu viel produziert werden. Fast zwei Drittel der Überkapazitäten fallen auf China. Helfen würde es der Stahlbranche, wenn die Chinesen weniger Stahl auf den Weltmarkt werfen würden. Ob Trumps starker Arm so weit reicht, ist zu bezweifeln.Für westliche Konzerne bleibt Stahl ein Krisengeschäft – auch für Thyssenkrupp. Die Billigexporte aus China, die Überkapazitäten und damit fallenden Stahlpreise sowie steigende Rohstoffkosten, vor allem für den wichtigen Rohstoff Kokskohle, machen dem deutschen Riesen weiter zu schaffen. Hiesinger strebt eine Fusion mit dem indischen Stahlkonzern Tata Steel an. Doch ob die beiden Konzerne tatsächlich ihre europäischen Stahlgeschäfte zusammenlegen werden, ist mehr als ungewiss.Der geplante EU-Austritt von Großbritannien und Krach an der Spitze bei Tata haben die Gespräche jedenfalls nicht vorangetrieben.

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