Allianz Global Investors - Allianz Rohstofffonds: Deutlicher Wertrückgang im 2. Quartal

Mittwoch, 11.09.2013 14:46 von Aktiencheck

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Allianz Rohstofffonds - A - EUR (Feederfonds) (Allianz Rohstofffonds A (EUR)) legt zu mindestens 95% im Allianz Global Metals and Mining (Masterfonds) an, so die Analysten von Allianz Global Investors.

Dieser engagiere sich am globalen Aktienmarkt vorwiegend im Segment Bodenschätze mit dem Ziel, auf langfristige Sicht Kapitalzuwachs zu erwirtschaften. Faktisch werde eine möglichst vollständige Beteiligung des Feederfonds am Masterfonds und dessen Wertentwicklung angestrebt.

Im 2. Quartal hätten die Kurse von Rohstoffaktien überdurchschnittlich stark nachgegeben. Im Monat April habe der Einbruch des Goldpreises bei Goldminenaktien für einen überproportionalen Kursrückgang gesorgt. Ausgelöst worden sei die Goldpreiskorrektur vor allem von hohen Mittelabflüssen bei ETFs auf Gold sowie von Gerüchten, dass Zypern einen Teil seiner Goldreserven verkaufen müsse. Einige Anleger hätten daraufhin gefürchtet, dass die Notenbanken anderer hochverschuldeter Länder mit höheren Goldreserven wie Griechenland, Italien und Spanien möglicherweise ebenfalls Gold verkaufen würden.

Auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene hätten enttäuschende Konjunkturdaten die Preise von Industriemetallen belastet, vor allem die Kupfernotierung. Dies habe auch bei anderen Minenaktien zu Verkaufsdruck geführt. Insgesamt hätten die Aktien mittelgroßer und auf einzelne Rohstoffe konzentrierter Unternehmen wie Antofagasta und First Quantum stärker nachgegeben als Aktien diversifizierter Unternehmen wie BHP Billiton und Rio Tinto. Interessanterweise seien die Preise von Rohstoffen wie Eisenerz und Kohle annähernd unverändert geblieben. Dies stütze die Annahme, dass der Rückgang der Metallpreise in erster Linie durch Finanzinvestoren ausgelöst worden sei.

Als belastend hätten sich während des Quartals auch Äußerungen der US-amerikanischen Notenbank hinsichtlich ihres weiteren geldpolitischen Kurses erwiesenen. So seien unter den Marktteilnehmern Befürchtungen aufgekommen, die US-Notenbank könnte einen Teil ihrer geldpolitischen Maßnahmen zur Anregung der Konjunktur früher als erwartet zurücknehmen.

In dem schwierigen Marktumfeld habe der Fonds einen deutlichen Wertrückgang verzeichnet. Er habe sich jedoch leicht besser als das Marktsegment Metalle und Bergbau entwickelt. Insgesamt habe die relative Wertentwicklung von der vergleichsweise niedrigeren Gewichtung der Produzenten von Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin profitiert. Dennoch sei die relative Wertentwicklung von dem Engagement der Analysten in der australischen Goldminenaktie Newcrest Mining belastet worden, die zusätzlich zum fallenden Goldpreis mit hohen Abschreibungen konfrontiert gewesen sei.

Auch die Untergewichtung von BHP Billiton habe belastend gewirkt, da sich der Titel wegen der breiten Diversifizierung bei fallenden Aktienkursen vergleichsweise stabil entwickle. Da die Aktie im Marktsegment übermäßig stark gewichtet sei, sei eine Untergewichtung aufgrund der Anlagerichtlinien des Fonds unausweichlich gewesen. Besonders schwach hätten sich zudem Glencore Xstrata und Impala Platinum entwickelt. Dem hätten positive relative Beiträge aus den übergewichteten Positionen in Iluka Resources, Antofagasta sowie Cameco gegenübergestanden, die in Relation zu ihrem Gesamtsektor weniger stark nachgegeben hätten.

Das Fondsmanagement habe seine Strategie beibehalten und insbesondere auf Kupfer und Eisenerz gesetzt. Von den hohen Eisenerzpreisen sollten insbesondere die drei im Fonds hoch gewichteten Marktführer Vale (Brasilien), Rio Tinto und BHP Billiton (beide Australien) profitieren. Außerdem hätten kleine Positionen in Cliffs Natural Resources (USA) und Fortescue Metals (Australien) bestanden, die ihre Erzproduktion deutlich ausweiten möchten. Bei Kupfer sollte die Angebots-Nachfrage-Situation Freeport McMoran, Antofagasta, First Quantum, PanAust, Kazakhmys und Glencore Xstrata zugute kommen. Tendenziell gelte dies auch für Rio Tinto, deren große Kupfermine in der Mongolei dieses Jahr mit der Produktion beginne.

Beim Goldpreis würden die Analysten derzeit eine eher zurückhaltende Haltung einnehmen, was sich auch in einer Untergewichtung des Sektors widerspiegele. Das Engagement bei Kohleunternehmen sei in der Berichtsperiode reduziert worden, während die Analysten ihre Bestände in dem südafrikanischem Platinförderer Impala komplett auflöst hätten. Im Gegenzug seien sie eine neue Position in PanAust eingegangen. Das Unternehmen betreibe Kupferminen in Laos und dürfte von seiner niedrigen Kostenbasis profitieren. Aufgrund vermehrter Anzeichen einer möglichen globalen Konjunkturerholung würden die Analysten Industriemetalle gegenüber Edelmetallen insgesamt als attraktiver einschätzen.

Die längerfristigen Aussichten für Minenaktien seien nach Ansicht des Fondsmanagements positiv. Aufgrund der Schuldenproblematik in Europa und damit verbundener Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum dürften die Rohstoffpreise und Aktienkurse jedoch volatil bleiben. Jedoch würden wichtige Indikatoren darauf hinweisen, dass sich die Weltwirtschaft 2013 günstiger als allgemein erwartet entwickeln könnte. Wichtige Impulse dürften 2013 und darüber hinaus vom Trend zur Urbanisierung in den großen Schwellenländern ausgehen. In den USA könnte die Industrieproduktion aufgrund niedrigerer Energiekosten stärker expandieren als vielfach erwartet, was die Rohstoffnachfrage begünstigen könnte.

Gleichzeitig bleibe es langwierig und schwierig, das Angebot vieler Rohstoffe dem Nachfragewachstum entsprechend zu steigern. Zahlreiche Minen würden unter sinkendem Erzgehalt leiden, die Erschließung neuer Lagerstätten werde aufwendiger und benötige mehr Zeit, unter anderem aufgrund komplexer werdender Genehmigungsverfahren. Zudem hätten etliche Rohstoffunternehmen angesichts stark gestiegener Kosten und unsicherer Wirtschaftslage Investitionsprojekte zurückgestellt. Somit sollten die Rohstoffpreise langfristig von der Angebotsseite Unterstützung erhalten.

Von der Bewertungsseite würden Minenaktien insbesondere attraktiv erscheinen, als deren Aktienkurse nicht die Entwicklung der zugehörigen Metallpreise widerspiegeln würden. Gleichzeitig würden die zurückhaltenden Investitionen tendenziell den Spielraum für Dividendenzahlungen der Rohstoffunternehmen erhöhen. (11.09.2013/fc/a/f)