„All you need is growth“

Dienstag, 20.09.2016 10:03 von

Paris (GodmodeTrader.de) – Der Druck auf die Regierungen, das Heft in die Hand zu nehmen und mit ihrer Haushalts- und Steuerpolitik für Impulse zu sorgen, nimmt zu. Das Wirtschaftswachstum dürfte vor dem Hintergrund der zahlreichen anstehenden Wahlen ins Zentrum der politischen Debatten rücken. Und unter dem Druck der Bevölkerung, die sich vielerorts seit acht Jahren von der Politik im Stich gelassen fühlt, dürften von überall her Rufe nach Konjunkturmaßnahmen laut werden, wie Didier Saint-Georges in der aktuellen „Carmignac's Note“ zur wirtschaftspolitischen Lage schreibt.

Es bestehe zurzeit eine für die Anleihemärkte ungünstige asymmetrische Verteilung der Risiken. Andererseits blieben die Aussichten für die Aktien- und Anleihemärkte bei einer Fortsetzung der sehr expansiven Geldpolitik und angesichts möglicher Konjunkturpakete weiterhin günstig. Aus diesem Grund hielten wir auch weiterhin an unserem Exposure in diesen Märkten fest, heißt es zu den Anleihe- und Aktienmärkten allgemein.

„Es gilt zu beachten, dass die Anleihen- und Aktienmärkte in Mitleidenschaft gezogen würden, falls die Zinsen unter Druck geraten sollten. Vor diesem Hintergrund werden wir in den nächsten Monaten besonders aufmerksam auf die Entwicklungen im Bereich der Geld- und Fiskalpolitik blicken", so Didier Saint-Georges.

Das Wachstum in den USA sei seit Jahresbeginn vor allem von den privaten Konsumausgaben getragen. Der Konsum könnte aber allmählich unter den steigenden Mieten und Gesundheitskosten leiden, wobei ein geringeres Verbrauchervertrauen zu einem Anstieg der Sparquote führen könnte. Die US-Konjunktur dürfte sich daher durchaus abkühlen - mittelfristig bei einem potenziellen Wachstum kaum über ein Prozent, heißt es weiter.

„Was Deutschland betrifft, könnte sich die Konjunktur des Landes schon bald abschwächen. Dies und die Ermutigungen durch Institutionen wie dem IWF könnten die Regierung Merkel dazu veranlassen, ihre historische Abneigung zu überwinden, ihre Steuerzahler - und damit auch die Wähler im nächsten Jahr - etwas mehr an den Früchten der guten Haushaltsführung teilhaben zu lassen", so Didier Saint-Georges.