Aktien Wien Schluss: Conwert-Übernahme treibt ATX an

Montag, 05.09.2016 18:29 von

WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Montag auch dank der Übernahmeofferte für den Immobilienkonzern Conwert mit Gewinnen geschlossen. Der ATX stieg um 0,49 Prozent auf 2380,59 Punkte. Auch die meisten anderen Börsen bewegten sich zum Wochenstart kaum. Die Stimmungsindikatoren aus der Eurozone fielen durchwachsen aus und brachten keine klaren Impulse. Zudem fehlten wegen eines US-Feiertags Signale von der Wall Street.

Stark gefragt waren in Wien die Aktien von Conwert. Nach einer überraschenden Übernahmeofferte von Deutschlands größtem Wohnungskonzern Vonovia (Vonovia Aktie) legte der Kurs der Conwert-Aktie um 5,20 Prozent auf 16,99 Euro zu. Vonovia will Conwert übernehmen und bietet den Anteilseignern wahlweise eigene Aktien oder eine - etwas geringere - Barabfindung.

Offeriert werden den Conwert-Aktionären 74 Vonovia-Aktien für jeweils 149 Conwert-Titel. Das entspricht laut Vonovia einem Gegenwert von 17,58 Euro je Aktie, basierend auf dem Kurs von Freitag. Alternativ wolle Vonovia den Aktionären eine in Österreich verpflichtende Barzahlung von 16,16 Euro/Aktie anbieten.

Tagesgewinner im Prime Market waren Schoeller-Bleckmann. Die Aktie des Ölfeldzulieferers schloss mit einem Plus von 6,11 Prozent bei 54,15 Euro. Gute Nachfrage gab es unter anderem auch für die Aktien von AT&S (plus 3,27 Prozent) und Do&Co (plus 3,05 Prozent). CA Immo legten bei höherem Volumen um 2,37 Prozent auf 17,51 Euro zu.

Die Akten von Strabag gewannen nach einer Kurszielerhöhung 2,40 Prozent auf 29,90 Euro an Wert. Die Analysten der RCB hatten ihr Kursziel für die Aktie von 31,50 auf 32,0 Euro erhöht, ihre Empfehlung "Hold" aber bestätigt.

Zumtobel gewannen im Vorfeld der am Dienstag anstehenden Quartalszahlen 1,30 Prozent auf 14,75 Euro. Der Leuchtenhersteller dürfte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 trotz etwas niedrigerer Umsätze mehr Gewinn erzielt haben. Dies erwartet eine Mehrheit der von der österreichischen Nachrichtenagentur APA befragten Finanzanalysten.

Die größten Verlierer im Prime Market waren Warimpex (minus 3,45 Prozent) und RHI (minus 0,94 Prozent). Schwach schlossen auch die Aktien der Großbank Erste Group mit einem Minus von 0,41 Prozent auf 26,62 Euro. Raiffeisen gaben 0,62 Prozent auf 12,88 Euro nach. Lenzing beendeten den Handel mit einem kleinen Minus von 0,37 Prozent bei 108,25 Euro.

Impulse könnte jetzt im weiteren Wochenverlauf die am Donnerstag anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) bringen. Ein Zinsschritt gilt zwar als höchst unwahrscheinlich, mit Spannung erwartet wird aber, ob die EZB-Notenbanker den Zeitrahmen ihres Anleihenkaufprogramms verlängern. Angesichts der schwachen Inflationsentwicklung ist eine Verlängerung nach Einschätzung der Helaba-Analysten nicht auszuschließen./mik/ger/APA/stw