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Aktien Osteuropa Schluss: Wenig bewegt nach Trump-Wahlsieg - Nur Moskau stark

Mittwoch, 09.11.2016 19:11 von

BUDAPEST/WARSCHAU/PRAG/MOSKAU (dpa-AFX) - Osteuropas wichtigste Börsen sind am Mittwoch der freundlichen Entwicklung in Mittel- und Westeuropa sowie an der Wall Street überwiegend nicht gefolgt. Nach Donald Trumps Überraschungssieg bei den US-Präsidentschaftswahlen hatten die Aktienkurse dies- wie jenseits des Atlantiks den anfänglichen Schock abgeschüttelt und klar zugelegt.

Lediglich der rohstofflastige russische RTS-Interfax-Index zog - auch dank steigender Metallpreise - um deutliche 1,82 Prozent auf 990,35 Punkte an.

An der Warschauer Börse schaffte der Wig-30-Index immerhin ein Plus von 0,36 Prozent auf 2070,23 Punkte. Der breiter gefasste Wig-Index schloss mit einem Zuwachs von 0,18 Prozent bei 48 214,73 Punkten.

Die polnische Zentralbank (NBP) hielt den Leitzinssatz derweil mit 1,50 Prozent auf einem historisch tiefsten Level. Sie begründete ihre Entscheidung mit den rückläufigen Wachstumsaussichten und einem fehlenden Inflationsdruck. Die Arbeitslosenquote in Polen ist im Oktober um 0,1 Prozent auf 8,2 Prozent gesunken, wie das Arbeitsministerium bereits am Dienstag mitgeteilt hatte.

Bei den Einzelwerten im Wig 30 führte der Kupferkonzern KGHM mit einem satten Plus von 8,07 Prozent. Rohstoffwerte schienen in ganz Europa vom Wahlsieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump profitiert zu haben.

Ebenfalls fester zeigten sich die Papiere des Mobilfunkers Orange (Orange Aktie) Polska mit einem Plus von 3,05 Prozent. Orange hatte am Dienstag Quartalszahlen vorgelegt und einen höheren Nettogewinn verzeichnen können, als von Analysten erwartet worden war. Am Vortag hatten Orange dennoch mit einem leichten Minus geschlossen.

Schwächer zeigten sich Ölwerte wie PKN Orlen (minus 1,12 Prozent) und Grupa Lotos (minus 2,70 Prozent).

In Prag verlor der tschechische Leitindex PX marginale 0,02 Prozent auf 897,76 Zähler. Das Handelsvolumen lag bei 0,85 (Vortag: 0,67) Milliarden tschechischen Kronen.

Die tschechischen Inflationszahlen für Oktober seien mit einer Teuerungsrate von 0,8 Prozent im Jahresvergleich etwas höher aus als die Markterwartungen ausgefallen, schrieb Erste-Group-Analyst Jiri Polansky in einem aktuellen Kommentar. Er rechnet im dritten Quartal 2017 damit, dass die Teuerung das Inflationsziel im Bereich von zwei Prozent erreichen wird.

Im PX säumten Bankaktien das obere und untere Indexende: Während Erste Group als stärkster Tagesgewinner mit plus 1,80 Prozent aus dem Handel gingen, verloren sich Moneta Money Bank 1,14 Prozent. Komercni Banka gaben 0,51 Prozent ab. Vienna Insurance legten hingegen um 0,67 Prozent zu.

Am Budapester Aktienmarkt gewann der ungarische Leitindex Bux minimale 0,06 Prozent auf 30 365,21 Punkte. Das Handelsvolumen belief sich auf 13,77 (Vortag: 9,6) Milliarden Forint.

Unter den Bux-Schwergewichten verloren die Papiere des Energiekonzerns Mol 0,91 Prozent, die Titel der OTP Bank gaben 0,25 Prozent ab. Aufwärts ging es unter anderem für Richter Gedeon: Der Pharmawert legte um 1,24 Prozent zu./rai/emu/APA/gl/he