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Aktien Frankfurt: Dax bröckelt wieder ab

Montag, 17.10.2016 12:06 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach kräftigen Gewinnen am Freitag ist es am deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart wieder abwärts gegangen. Der Dax sank am Montag bis zur Mittagszeit um 0,76 Prozent auf 10 500,42 Punkte. Händler sprachen trotz der Verluste von einem ruhigen Tag. Insgesamt gesehen gehe es weiterhin in engen Handelsspannen mal nach oben und mal nach unten.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,54 Prozent auf 21 205,23 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,72 Prozent auf 1763,66 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,74 Prozent nach.

AUSSAGEN VON FED-CHEFIN YELLEN BELASTEN

Neben den überwiegend schwächelnden Börsen Asiens sowie rückläufigen Ölpreisen wurden die Aussagen der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen vom Freitagabend als leicht belastend eingeordnet. Yellen hatte gesagt: "Wenn sie zu lange beibehalten wird, dann könnte eine lockere Geldpolitik Kosten haben, die die Vorteile überwiegen." Dies, so argumentierte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen, könne "man sehr wohl als weiteren Schritt zur Vorbereitung des Zinsschrittes im Dezember werten."

Die Fed-Chefin habe mit ihren Aussagen zur Inflation, die sie auch über 2 Prozent für tolerierbar hält, Anlagen im US-Dollar-Raum ein Stück weit attraktiver werden lassen, sagte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Gerade deshalb werden jetzt die Aussagen der Europäischen Zentralbank am Donnerstag spannend", ergänzte er und verwies dabei auf den jüngsten Optimismus von EZB-Chef Mario Draghi über die Inflationsentwicklung in der Eurozone in den kommenden Monaten.

Untermauert wurde Draghis Einschätzung nun durch aktuelle Daten: Laut der Statistikbehörde Eurostat stieg die Inflationsrate im Euroraum im September auf 0,4 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.

COMMERZBANK (Commerzbank Aktie) PROFITIEREN VON BÖRSENGANG-SPEKULATIONEN

Unter den Einzelwerten im Dax hatten die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 0,70 Prozent die Nase vorn. Wie das Anlegermagazin "Euro am Sonntag" unter Berufung auf "Insider" schrieb, favorisiert die Commerzbank bei der Abspaltung ihrer kapitalintensiven ETF- und Derivate-Sparte einen Börsengang. Ein Händler beurteilte dies als "leicht positiv" für die Aktie, zumal die Commerzbank selbst kürzlich gesagt habe, sie wolle den Bereich loswerden.

Die Titel der Deutschen Bank stiegen um 0,61 Prozent. Das Geldhaus denkt laut Pressenberichten angesichts der laufenden Verhandlungen über einen Milliardenvergleich in den USA über einen Rückzug aus Teilen des Investmentsbankings in den Vereinigten Staaten nach. Zudem, so schrieb das "Handelsblatt" (Montag) unter Berufung auf Finanzkreise, werde ein Abschied aus dem Geschäft mit Privatkunden in Italien und Spanien geprüft. Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

EVONIK VON ANALYSTEN-STUDIE BELASTET

Eine Studie des Investmenthauses Mainfrist belastete im MDax die Anteilsscheine von Evonik. Sie fielen um 3,16 Prozent auf 28,545 Euro und waren damit größter Index-Verlierer. Der Preis für das Tierfuttereiweiß Methionin stehe angesichts neuer Anzeichen eines Angebotsüberhangs wieder unter Druck, schrieb Analyst Andreas Heine.

Im TecDax dagegen profitierten die Morphosys-Aktien mit plus 1,42 Prozent von klinischen Daten zum Antikörper MOR202 gegen bösartige Tumorerkrankungen durch entartete Plasmazellen./ck/das

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---