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Aktien Asien: Überwiegend Verluste vor Opec-Treffen und Italiens Referendum

Dienstag, 29.11.2016 10:33 von

TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI (dpa-AFX) - Die meisten Börsen Asiens haben am Dienstag nachgegeben. Laut Marktbeobachtern belasteten die zunehmende Skepsis vor der Zusammenkunft der Opec-Mitglieder am Mittwoch sowie Sorgen über eine neue Eurokrise. Der Stoxx 600 Asia Pacific sank zuletzt um 0,34 Prozent auf 174,71 Punkte.

Zu Wochenbeginn war das Vorbereitungstreffen der Mitglieder des Ölkartells Opec ohne Einigung zu Ende gegangen. Die Mitglieder tun sich schwer damit, bereits beschlossene Förderkürzungen für Rohöl auch tatsächlich umzusetzen. So hatte Saudi-Arabien unlängst etwa erklärt, dass das Ölkartell seine Produktion nicht unbedingt kürzen müsse. Sorgen vor einer neuen Eurokrise werden zugleich durch das am Wochenende anstehende Verfassungsreferendum in Italien geschürt.

In Tokio gab der Nikkei-225-Index um 0,27 Prozent auf 18 307,04 Punkte nach, hatte allerdings bis vergangenen Freitag einen starken Lauf hinter sich. Der Topix sank um moderate 0,07 Prozent, nachdem er zwölf Handelstage in Folge zugelegt hatte. Nach der beeindruckenden Rally des US-Dollar sei es nun ein bisschen ruhiger geworden, hieß es. Der Yen dürfte vor dem Hintergrund einiger mit Unsicherheit behafteter wichtiger Ereignisse in nächster Zeit wohl wieder etwas steigen, sagte ein Börsianer, denn er gelte als sichere Währung in unsicheren Zeiten.

Aktien exportorientierter Unternehmen, die von einem schwachen Yen profitieren, zeigten sich an diesem Tag schwächer. Suzuki Motor (Suzuki Motor Aktie) etwa büßten 1,7 Prozent ein, Toyota und Nissan verloren jeweils 0,3 Prozent.

In China beendete der CSI-300-Index, der die größten Aktienwerte an Chinas Festlandsbörsen in Shanghai und Shenzhen abbildet, den Tag mit einem Plus von 0,82 Prozent auf 3564,04 Punkte und bewegt sich damit auf den höchsten Monatsgewinn seit März zu. Es werde gehofft, dass Dämpfer am Immobilienmarkt Fonds zum Wechsel in Aktien bewegen könnten, hieß es.

Informierten Kreisen zufolge geht Chinas Zentralbank streng gegen die Vergabe von Hypothekendarlehen in als überhitzt geltenden Gebieten vor. Einige Kreditgeber seien aufgefordert worden, die Vergabe von Baufinanzierungskrediten auszusetzen. Die Stadt Shanghai etwa hatte am Montag mitgeteilt, die Kreditvergabe-Politik ab Dienstag zu straffen.

Zudem kauften Investoren in China Aktien von Haushaltsgeräte-Herstellern, Spirituosen oder auch Produzenten traditioneller chinesischer Medizin bevor am 5. Dezember erstmals die neue Aktienhandelsverbindung zwischen Hongkong und Shenzhen in Betrieb genommen wird. Solche Papiere versprächen hohe Dividendenausschüttungen, hieß es zur Begründung. Die Anteilsscheine der Midea Group - das Unternehmen stand in Deutschland im Sommer wegen der Übernahme des Roboterkonzerns Kuka im Fokus -, legten um 4,5 Prozent zu.

Die Papiere des Medizinherstellers Dong-E-E-Jiao stiegen um 1, 9 Prozent. Die Anteilsscheine der Spirituosenhersteller Wuliangye Yibin und Luzhou Laojiao stiegen jeweils etwas mehr als 3 Prozent. Am Hongkonger Aktienmarkt, wo ausländische Investoren uneingeschränkt handeln können, büßte hingegen der Hang-Seng-Index 0,41 Prozent auf 22 737,07 Punkte ein.

In Südkorea schloss der Kospi unter dem Eindruck einer mit Spannung erwarteten Rede der umstrittenen Präsidentin Park Geun Hye fast unverändert mit plus 0,01 Prozent auf 1978,39 Punkte. Kurz vor und nach Parks Erklärung, grundsätzlich zum vorzeitigen Rücktritt bereit zu sein, hatte der Kospi eine Berg- und Talfahrt hinter sich gebracht. Der Skandal um eine politische Korruptionsaffäre hatte das Land in die größte innenpolitische Krise seit dem Antritt Parks im Februar 2013 gestürzt. Millionen Südkoreaner hatten in den vergangenen Woche bei Straßenprotesten ihren Rücktritt gefordert.

In Australien sank der Leitindex ASX 200 um 0,13 Prozent auf 5457,50 Punkte und gab damit den zweiten Handelstag in Folge nach. Am Freitag noch hatte der Index noch den höchsten Stand seit August erreicht.

Der indische Leitindex Sensex in Mumbai stieg hingegen den dritten Tag in Folge und gewann zuletzt 0,62 Prozent auf 26 512,19 Zähler. Damit dämmt der Sensex seinen bislang heftigsten Monatsverlust seit Februar dieses Jahres weiter ein. Nach den jüngsten Verlusten lasse die Risikoaversion der Anleger wieder nach, hieß es. Am 9. November hatte die indische Regierung ohne Vorwarnung eine radikale Bargeldreform in Angriff genommen und alle Geldscheine im Wert von mehr als 100 Rupien (1,38 Euro) für ungültig erklärt, um die Schattenwirtschaft einzudämmen./ck/fbr