AKTIE IM FOKUS: Ströer schlägt nach optimistischer Prognose Erholungskurs ein

Montag, 26.09.2016 15:05 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die sehr zuversichtlich klingenden Wachstumsaussichten des Werbevermarkters Ströer (Ströer Aktie) haben den Aktien am Montag einen ersten Anstoß für eine Erholungsbewegung gegeben. Trotz eingetrübter Börsenstimmung zum Wochenstart gewannen die Papiere nach sechs schwachen Handelstagen in Folge am Nachmittag als einer der Spitzenwerte im MDax 1,53 Prozent auf 38,275 Euro. Damit machten sie einen kleinen Teil ihrer zuletzt erlittenen Verluste wieder wett.

Gut laufende Geschäfte stimmen das Kölner Unternehmen noch etwas optimistischer für das laufende Jahr als bisher. So soll das Wachstum aus eigener Kraft, sprich: ohne Zukäufe - nun im hohen einstelligen Prozentbereich landen. Bislang war ein Wert im mittleren bis höheren einstelligen Bereich angepeilt worden. An der Prognose für Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis hielt das Management fest. Der um Sonderposten bereinigte Nettogewinn soll zudem von 106 Millionen Euro im Vorjahr auf über 150 Millionen Euro zulegen.

Für 2017 peilt das Management darüber hinaus ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft im mittleren bis höheren einstelligen Prozentbereich auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro an, wie erstmals mitgeteilt wurde.

Börsianer und Analysten sprachen von einem "starken Ausblick". Vielleicht werde so nun versucht, den jüngsten Kursrückgang zu stoppen und der Muddy-Waters-Belastung etwas entgegenzuwirken, sagte einer von ihnen. Ströer wird seit geraumer Zeit immer wieder von dem aggressiven Hedgefonds Muddy Waters (Waters Aktie) attackiert, der die Berechnungen zum organischen Wachstum des Unternehmens in Frage stellt und so die Talfahrt der Aktie ausgelöst hatte.

Analyst Sascha Berresch von der Privatbank Hauck & Aufhäuser hob vor allem die Aussagen des Managements für das kommende Jahr hervor. Die Wachstumsinitiativen gewännen an Zugkraft und Investoren hätten allen Grund zuversichtlich zu bleiben.

Ein weiterer Experte gab zwar zu bedenken, dass die Abweichungen für 2016 zur vorherigen Prognosespanne gering seien, und auch für das folgende Geschäftsjahr keine großen Sprünge anvisiert werden. Allerdings sei es "gut, bereits so früh eine erstmalige Bekanntgabe einer Guidance für das Folge-Geschäftsjahr zu haben", lautet sein Fazit./ck/she