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Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax nach einem Jahr wieder über 11 000

AKTIE IM FOKUS: Schwäche bei rezeptfreien Medikamenten enttäuscht Bayer-Anleger

Mittwoch, 26.10.2016 13:07 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das schwächelnde Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten hat die Anleger bei Bayer (Bayer Aktie) ins Grübeln gebracht. Um die Mittagszeit gehörten die Aktien des Dax-Schwergewichts am Mittwoch mit einem Minus von 2,86 Prozent auf 88,86 Euro zu den größten Verlierern im ohnehin schwachen deutschen Leitindex. Auch die nun etwas zuversichtlichere Jahresprognose für den Gewinn half den Aktien der Leverkusener nicht auf die Sprünge.

Analysten sprachen zwar für das dritte Quartal von ordentlichen Resultaten und lobten die Entwicklung der Kernbereiche Pharma und Pflanzenschutz sowie den Beitrag der Kunststofftochter Covestro (Covestro Aktie), die am Dienstag ihren Zwischenbericht vorgelegt hatte. Bei rezeptfreien Produkten müsse Bayer aber noch seine Hausaufgaben machen, forderte Volker Braun vom Bankhaus Lampe.

Zudem könnten die anhaltenden Sorgen über die geplante Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto (Monsanto Aktie) die Geschäftsergebnisse überschatten, ergänzte Marietta Miemietz von der Investmentbank Equinet. Schon bei den ersten Spekulationen über ein Interesse von Bayer an den Amerikanern war der Kurs abgesackt aus Sorge vor einem zu hohen Preis. Mit einem Minus von 23 Prozent seit Jahresbeginn zählen die Bayer-Aktien zu den schwächsten Werten im Dax, der insgesamt nahezu stagniert.

UMSATZ SCHLECHTER, GEWINN BESSER ALS ERWARTET

Vor allem gut laufende Geschäfte mit Pillen haben Bayer im dritten Quartal auf Wachstumskurs gehalten: Der Umsatz legte dank neuerer Medikamente um über zwei Prozent zu. Der Konzernüberschuss sprang sogar um knapp 19 Prozent hoch. Analysten hatten im Schnitt bei etwas mehr Umsatz mit weniger Gewinn gerechnet.

Für den bereinigten Gewinn je Aktie ist Konzernchef Werner Baumann im Gesamtjahr nun etwas optimistischer als noch bei der Prognoseanhebung im Juli. Dafür dürften allerdings eher Steuereffekte als die operative Stärke des Unternehmens verantwortlich sein, gab Berenberg-Analyst Alistair Campbell zu bedenken. Für diese Interpretation spricht laut Equinet-Expertin Miemietz auch das unveränderte Ebitda-Ziel./gl/jha/das