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Aktien Frankfurt: Anleger schalten einen Gang zurück nach rasanter Woche

AKTIE IM FOKUS: Fusionshoffnung der Linde-Anleger jäh beendet

Montag, 12.09.2016 11:26 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei Linde (Linde Aktie) sind am Montag die Fusionsträume der Anleger unvermittelt geplatzt. Weil der Gasehersteller und der US-Konzern Praxair (Praxair Aktie) ihre Übernahmegespräche aufgegeben hatten, sackten die Linde-Aktien um 7,83 Prozent auf 137,20 Euro ab. In Detailfragen sei man nicht zu einer Einigung gekommen, hieß es von den Deutschen. Damit fielen die Papiere im dem schwachen Gesamtmarkt unter das Niveau vor Bekanntwerden der Gespräche bei rund 140 Euro zurück.

Rund vier Wochen nach der Meldung, dass Linde vorläufige Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit Praxair aufgenommen habe, stünden diese nun vor dem ergebnislosen Ende, zog Analyst Thorsten Strauß von der NordLB ein ernüchterndes Fazit. Dabei wäre ein Zusammengehen beider Unternehmen strategisch sinnvoll gewesen.

WOHL UNSTIMMIGKEITEN ÜBER FIRMENSITZ

Auslöser des Gesprächsabbruchs dürften Unstimmigkeiten über den zukünftigen Firmensitz gewesen sein, mutmaßte Analyst Thomas Wrigglesworth von der US-Bank Citigroup (Citigroup Aktie). Zudem glaubt er, dass jegliche künftigen Konsolidierungsversuche der Branche an zu hohen regulatorischen Hürden scheitern dürften.

Auch die Analysten von Liberum zeigten sich mit Blick auf andere Fusionen in der Branche skeptisch. So könnte ein Zusammenschluss von Air Products & Chemicals (AIR Products & Chemicals Aktie) und Praxair an der großen Marktmacht scheitern, die beide Konzerne in den USA hätten. Und Air Liquide (Air Liquide Aktie) sei wohl eh zu groß, um mit irgendeinem anderen Branchenunternehmen zu fusionieren, so dass die Franzosen nun ihre eigenen Wege gehen würden.

ANALYSTEN: FUSION HÄTTE PROFITABILITÄT GESTEIGERT

Mitte August hatten die Linde-Anleger die Gespräche mit Praxair noch mit einem Kurssprung gefeiert. In der Spitze war es seither um über 13 Prozent aufwärts gegangen. Analysten hatten sich positiv geäußert. Sie hatten unter anderem darauf gesetzt, dass mit einer Fusion Überkapazitäten beider Industriegase-Hersteller reduziert und die Profitabilität gesteigert werden könnte./la/zb