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AKTIE IM FOKUS: Anleger nehmen bei Adidas nach starkem Lauf Gewinne mit

Donnerstag, 03.11.2016 18:20 von

(neu: Schlusskurs, Reebok-Details, Kepler-Stimme)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Erwartungsgemäße Geschäftsresultate haben die zuletzt erfolgsverwöhnten Adidas-Anleger am Donnerstag zum Kasse machen verleitet. Mit einem kräftigen Kursrutsch um 6,28 Prozent auf 137,35 Euro waren die Papiere des Sportartikelherstellers mit großem Abstand das Schlusslicht im deutschen Leitindex Dax, der mit einem Abschlag von fast einem halben Prozent aus dem Handel ging. Die Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit Juli zurück, nachdem sie erst vor drei Wochen einen Rekordstand bei 160,30 Euro erreicht hatte.

Nach einigen herausragenden Quartalen sprachen Börsianer dieses Mal von nur "durchwachsenen" Ergebnissen. DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm betonte, der Sportartikelkonzern habe zum ersten Mal seit vielen Quartalen mit den vorgelegten Zahlen die Markterwartungen nicht übertroffen. Er rechnete daraufhin am Morgen bereits mit kurzfristigen Gewinnmitnahmen, nachdem die Papiere seit zwei Jahren nur eine Richtung kennen. Seit Sommer 2014 hatten sie sich in der Spitze fast verdreifacht.

RORSTED TRITT EIN SCHWERES ERBE AN

Auch dem neuen Konzernchef Kasper Rorsted scheinen die Anleger vorerst nicht so großen Kredit zu geben wie dem Vorgänger Herbert Hainer, der die Messlatte für seinen Nachfolger mit zuletzt mehrfach angehobenen Prognosen hoch gelegt hatte. Seit dem Antritt des früheren Henkel-Chefs im Oktober lassen die Aktien an Dynamik früherer Zeiten vermissen. Sie erreichten zwar noch ihren Rekordstand von über 160 Euro, legten danach aber den Rückwärtsgang ein. Seit dem Vorstandswechsel haben sie nunmehr schon gut 10 Prozent an Wert verloren.

Rorsted kündigte an, dass Adidas (adidas Aktie) im kommenden Jahr nicht ganz so stark wachsen werde wie 2016. Der schwächelnden US-Tochter Reebok, deren Profitabilität weit unter dem Gruppen-Durchschnitt liege, will er ein Fitness-Programm mit Stellenstreichungen und Ladenschließungen in Nordamerika verordnen. Für Kepler-Analyst Jürgen Kolb ist dies ein Hinweis darauf, dass ein Verkauf von Reebok nicht zur Debatte steht. Im Zuge der Restrukturierung anfallende Kosten seien vielmehr ein Zeichen, dass Adidas die Marke profitabler machen wolle.

BEWERTUNGSVORSPRUNG ZU NIKE (Nike Aktie)

Wie sein DZ-Kollege hält auch Christian Schwenkenbecher von der Privatbank Hauck & Aufhäuser den jetzigen Zeitpunkt für eine gute Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen. Auf einer historisch hohen Bewertung der Aktie sei das Potenzial für negative Überraschungen hoch, erklärte der Experte. Er rechnet damit, dass sich der bisher starke Umsatztrend im kommenden Jahr weiter normalisieren wird.

Commerzbank-Analyst Andreas Riemann zielte am Donnerstag ebenfalls auf die hohe Bewertung der Adidas-Aktie ab. Das Papier werde noch immer mit einem 30-prozentigen Aufschlag zum US-Rivalen Nike gehandelt. In den Zahlen zum dritten Quartal und dem bestätigten Ausblick sah er wie seine Kollegen keine Überraschungen mehr. Die nachlassende Dynamik begründete er vor allem mit der hohen Vergleichsbasis./tih/men/das/he