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AKTIE IM FOKUS 3: Anleger finden bei Merck-Zahlen ein Haar in der Suppe

Dienstag, 15.11.2016 18:28 von

(Neu: Schlusskurse, S&P Global)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die anfängliche Freude der Anleger über die Geschäftszahlen und einen verbesserten Ausblick des Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA (Merck KGaA Aktie) ist bis zum Handelsschluss am Dienstag verflogen. Die Kurs fiel am Ende um 2 Prozent auf rund 93 Euro. Damit waren die Aktien das Schlusslicht im freundlichen Dax.

Zum Auftakt hatten die Merck-Papiere noch um mehr als 2,5 Prozent auf 97,50 Euro zugelegt. Analysten lobten zwar die Quartalsbilanz, äußerten sich aber teils vorsichtig zu den weiteren Aussichten.

Bei Merck lief es im dritten Quartal vor allem wegen der Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich besser als erwartet. Wegen der guten Entwicklung im Pharmageschäft hob der Konzern daher erneut seinen Ausblick an und rechnet nun beim um Sonderposten bereinigten operativen Gewinn (bereinigtes Ebitda) mit einem Zuwachs von bis zu 27 Prozent.

ANALYST: FRAGLICH, OB HÖHERE PHARMA-PROFITABILITÄT VON DAUER IST

Berenberg-Expertin Louise Pearson (Pearson Aktie) geht jetzt davon aus, dass die Markterwartungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich anziehen könnten. Auch Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank (Commerzbank Aktie) zeigte sich insbesondere von der starken Margenentwicklung im dritten Quartal überrascht. Auch mit der Prognoseanhebung habe er nicht gerechnet, lobte er.

Die Analysten verwiesen mit Blick auf die starke operative Entwicklung aber auch auf geringere Forschungs- und Entwicklungskosten. Diese Entwicklung erscheint für die Experten gleichzeitig als das Haar in der Suppe: So zeigte sich etwa Wendorff skeptisch und will abwarten, inwieweit die Profitabilitätsverbesserungen im Pharmageschäft tatsächlich nachhaltig sein werden.

EQUINET RECHNET MIT WIEDER STEIGENDEN R&D-KOSTEN

In dieses Horn stieß auch Equinet-Analystin Marietta Miemitz. Sie rechnet im kommenden Jahr mit steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung und geringeren Gewinnen in der Pharmasparte. Anlegern rät sie daher weiterhin, trotz des verbesserten Ausblicks an der Seitenlinie zu bleiben.

Auch der Experte Jit Hoong Chan vom Analysehaus S&P Global äußerte sich etwas skeptisch. Insgesamt stimmten ihn zwar die Wachstumsperspektiven des Unternehmens positiv, doch bleibe er wegen der im Branchenvergleich eher hohen Nettoverschuldung zurückhaltend.

100 EURO ALS ZU HOHE HÜRDE

Die Merck-Aktie war nach einem Rekordhoch im April 2015 bei 111,85 Euro unter die runde Marke von 100 Euro gefallen. Sie hatte sich seither als zu hohe Hürde für einen nachhaltigen Sprung darüber erwiesen./tav/mis/tih/ag/la/stb