AKTIE IM FOKUS 2: Post-Papiere nehmen nach Rekordquartal Kurs auf Jahreshoch

Dienstag, 08.11.2016 18:03 von

(Neu: Schlusskurs, Kurszielerhöhungen von DZ und S&P)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Ergebnisse der Deutschen Post haben den Anlegern am Dienstag Grund zum Jubeln gegeben. Weil der boomende Online-Handel und das höhere Briefporto dem Logistikkonzern das beste Sommerquartal der Firmengeschichte beschert haben, kletterten die Papiere um gut 1,5 Prozent auf 28,71 Euro. Sie gehörten damit nicht nur zu den größten Gewinnern im moderat zulegenden Dax, sondern nahmen auch wieder Kurs auf das bisherige Jahreshoch von Anfang September bei 29 Euro.

Das Zahlenwerk des gelben Riesen erntete viel Lob von Branchenkennern. Ein Händler sprach in einer ersten Reaktion von starken Zahlen, die gewinnseitig die Erwartungen klar übertroffen hätten. Als Wermutstropfen nannte er das etwas schwächere Abschneiden der Express-Sparte.

AUF KURS RICHTUNG JAHRESZIELE

Ein Jahr nach dem teuren Software-Desaster im DHL-Frachtgeschäft sieht Vorstandschef Frank Appel sein Unternehmen auf Kurs, um den operativen Gewinn (Ebit) in diesem Jahr wie geplant auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro zu steigern. Mit 755 Millionen Euro fiel das Betriebsergebnis fast viermal so hoch aus wie im Vorjahr. Dies war der höchste Wert in einem dritten Quartal, seitdem die Postbank vor Jahren verkauft wurde.

Unter dem Strich kamen dem Unternehmen außerdem gesunkene Finanzierungskosten und eine gesunkene Steuerquote zugute: der Überschuss vervielfachte sich von 49 Millionen auf 618 Millionen Euro.

ANALYSTEN LOBEN STARKE ZAHLEN

Stephan Bauer (Bauer Aktie) vom Bankhaus Lampe attestierte dem Unternehmen starke Kennziffern, die seine positive Einschätzung der Aktie untermauert hätten. Sein Kollege Adrian Pehl von der Commerzbank (Commerzbank Aktie) sprach von einem insgesamt soliden Zwischenbericht und betonte, die Post sei auf gutem Weg, um die Markterwartungen für 2016 zu erfüllen.

Außer dem schwächeren Abschneiden im Express-Geschäft gab es bei Analysten nur wenige Kritikpunkte. Für Pehl wurde die dortige Schwäche von der Stärke im Brief- und Paketsparte mehr als ausgeglichen. Auch Stephen Furlong von Davy Research sprach von einer enttäuschenden Profitabilität in der Express-Sparte, sah aber weitgehend darüber hinweg. Nicht zuletzt wegen der recht hohen Dividendenrendite hält der Experte des irischen Analysehauses die Post-Papiere für attraktiv bewertet.

POSITIVE KURSZIELANPASSUNGEN

Infolge der Zahlen gab es am Dienstag auch bereits erste positive Kurszielkorrekturen. Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank nahm die "überzeugende Ergebnisentwicklung" zum Anlass, um das Kursziel von 30 auf 32 Euro anzuheben. Genauso wie sein Kollege Firdaus Ibrahim von S&P Global sieht er den Logistikkonzern als großen Profiteur des stark wachsenden Online-Handels. Ibrahim erhöhte das Ziel von 31 auf 34 Euro. Beide blieben bei ihren bisherigen Kaufempfehlungen./edh/tih/ag/stb