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AKTIE IM FOKUS 2: Geplatzte Fusionshoffnung drückt Linde tief ins Minus

Montag, 12.09.2016 18:10 von

(neu: Überschrift, Ergänzung zur Einschätzung der NordLB, Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei Linde (Linde Aktie) sind am Montag die Fusionsträume der Anleger unvermittelt geplatzt. Weil der deutsche Gasehersteller und US-Konkurrent Praxair (Praxair Aktie) ihre Übernahmegespräche aufgaben, sackten die Linde-Aktien bis zum Handelsschluss um 6,99 Prozent auf 138,45 Euro ab. Damit fielen sie im schwachen Gesamtmarkt unter das Niveau vor Bekanntwerden der Gespräche bei rund 140 Euro.

In Detailfragen sei man nicht zu einer Einigung gekommen, hieß es von den Deutschen. Rund vier Wochen nach der Meldung, dass Linde vorläufige Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit Praxair aufgenommen habe, stünden diese nun vor dem ergebnislosen Ende, zog Analyst Thorsten Strauß von der NordLB ein ernüchterndes Fazit. Dabei wäre ein Zusammengehen beider Unternehmen strategisch sinnvoll gewesen. Allerdings habe er die Erfolgsaussichten ohnehin als gering eingeschätzt, betonte der Experte.

WOHL UNSTIMMIGKEITEN ÜBER FIRMENSITZ

Auslöser des Gesprächsabbruchs dürften Unstimmigkeiten über den zukünftigen Firmensitz gewesen sein, mutmaßte Analyst Thomas Wrigglesworth von der US-Bank Citigroup (Citigroup Aktie). Zudem glaubt er, dass jegliche künftigen Konsolidierungsversuche der Branche an zu hohen regulatorischen Hürden scheitern dürften.

Auch die Analysten von Liberum zeigten sich mit Blick auf andere Fusionen in der Branche skeptisch. So könnte ein Zusammenschluss von Air Products & Chemicals (AIR Products & Chemicals Aktie) und Praxair an der großen Marktmacht scheitern, die beide Konzerne in den USA hätten. Und Air Liquide (Air Liquide Aktie) sei wohl ohnehin zu groß, um mit irgendeinem anderen Branchenunternehmen zu fusionieren, so dass die Franzosen nun ihre eigenen Wege gehen würden.

ANALYSTEN: FUSION HÄTTE PROFITABILITÄT GESTEIGERT

Mitte August hatten die Linde-Aktionäre die Gespräche mit Praxair noch gefeiert. In der Spitze war es für die Aktie seither um über 13 Prozent aufwärts gegangen. Analysten hatten sich positiv geäußert. Sie hatten unter anderem darauf gesetzt, dass mit einer Fusion Überkapazitäten beider Industriegase-Hersteller reduziert und die Profitabilität gesteigert werden könnte./la/zb/gl/he