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AKTIE IM FOKUS 2: Anleger strafen Software AG nach schwachen Quartalszahlen ab

Freitag, 14.10.2016 18:18 von

(neu: Schlusskurse, Kommentar DZ Bank.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein überraschend schwaches Quartal hat die Anleger der Software AG (Software AG Aktie) am Freitag ernüchtert. Die Aktien des nach SAP (SAP Aktie) zweitgrößten deutschen Softwareherstellers verloren zum Handelsschluss 8,71 Prozent auf 33,80 Euro. Damit waren sie weit abgeschlagen am TecDax-Ende und dämmten zudem bei dem Technologiebarometer die Gewinne ein, während die anderen deutschen Indizes mit deutlichen Aufschlägen aus dem Handel gingen. Am Vormittag waren die Sofware-Papiere zeitweise sogar um fast 12 Prozent abgesackt.

Der Umsatz der Darmstädter ging im dritten Jahresviertel zurück und das operative Ergebnis (Ebit) brach um ein Viertel ein. Auslöser waren unter anderem einige verzögerte Abschlüsse. Zudem belastete ein Rechtsstreit in den USA das Ergebnis. Ursprünglich war die Zahlenvorlage in der kommenden Woche geplant - da soll es jetzt noch die detaillierte Bilanz geben.

JAHRESZIELE WOHL NICHT GEFÄHRDET

Das Unternehmen sieht sich gleichwohl auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Ein Händler sagte aber, die Software AG müsse nun Gas geben, um die Prognose noch zu schaffen. Ausgerechnet der "Wachstumsbereich" Integrationssoftware (Digital Business Platform - DBP) schwächele. Offenbar belaste die Unsicherheit durch den beabsichtigten EU-Austritt Großbritanniens stärker als gedacht.

Die Lizenzerlöse hätten sich deutlich schwächer als von ihm erwartet entwickelt, kommentierte Commerzbank-Analyst Thomas Becker. Das bereinigte operative Ergebnis habe seine Schätzung leicht verfehlt. Trotz der Enttäuschung sieht Becker aber die Jahresziele nicht in Gefahr. Generell gilt: Bei Softwarekonzernen ist das vierte Quartal das stärkste im Jahr, sodass das Erreichen der Margen- und auch der Umsatzziele realistisch erscheint.

ANALYST: 'KURSSTURZ ÜBERTRIEBEN'

Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank bezeichnete denn auch den aktuellen Kurssturz in Reaktion auf die Resultate als übertrieben. Die Umsatzverschiebung bei der Sparte Integrationssoftware (DBP) sei inzwischen aufgeholt.

Von ihrem erst Anfang Oktober erreichten Mehrjahreshoch bei 39,32 Euro haben die Papiere inzwischen wieder 14 Prozent eingebüßt. Mit einem Plus von rund 28 Prozent im bisherigen Jahresverlauf zählen die Software-Titel allerdings immer noch zu den stärksten Werten im TecDax./ajx/stb/ajx/men