Aixtron: Glauben Sie an Zufälle?

Mittwoch, 21.09.2016 11:01

Kommentar von Mark de Groot

Lieber Leser,

Ende 2015 bricht die Aixtron-Aktie um mehr als 40 % ein. Grund: Der Kunde San’an Optoelectronics aus der chinesischen Stadt Xiamen kündigt völlig überraschend einen Großauftrag. Rund ein halbes Jahr später erhält Aixtron eine Übernahmeofferte von einem chinesischen Investor. Und nun raten Sie mal, in welcher schönen südchinesischen Stadt dieser Investor ansässig ist. Richtig: Xiamen. Nachtigall, ick hör‘ dir trapsen.

Diesen spannenden Zusammenhang brachte nun eine Recherche der „Süddeutschen Zeitung“ ans Tageslicht. Der Aixtron-Boss Martin Goetzeler wies zwar vehement zurück, dass beide Ereignisse in irgendeiner Weise miteinander zu tun hätten. Doch der Artikel rückt das Geschäft aus Sicht des Lesers in ein anderes Licht.

Glauben Sie da noch an Zufälle?

Demzufolge gehören dem einstigen Großkunden San’an Optoelectronics 5 % an Sino IC Leasing. Diese Gesellschaft ist an der Finanzierung des Übernahmeangebots für Aixtron beteiligt. Aber es kommt noch besser.

Grand Chip Investment, offizieller Kaufinteressent für Aixtron, gehört zu 49 % der Xiamen Bohao Investment Ltd., wie Recherchen des Fachblatts „capital“ ergaben. Dabei handelt es sich im Prinzip um ein staatliches Unternehmen, deren Eigner die Lokalregierung von Xiamen ist. Und Xiamen Bohao Investment Ltd. hat wiederum Anleihen im Wert von mehr als 30 Mio. Euro erworben, die San’an Optoelectronics begeben hat. Hand aufs Herz: Glauben Sie da noch an Zufälle?

Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann

Nach Lektüre des Artikel drängt sich mir folgende Interpretation auf: Das eine Unternehmen aus Xiamen bringt Aixtron in die wirtschaftliche Bredouille und das andere Unternehmen macht ein Angebot, das Aixtron nicht ablehnen kann. Ob es wirklich so gelaufen ist, lässt sich natürlich nicht nachweisen. Aber die Verflechtungen sind schon sehr merkwürdig.

Haben die Chinesen den Deal also von langer Hand geplant? So viel steht fest: Für die chinesische Regierung gilt die Halbleiterindustrie als absolute Schlüsseltechnologie. Hier werden derzeit hohe Milliardensummen investiert. Gänzlich ausschließen würde ich diesen Denkansatz folglich nicht.

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