Die niedrigen Zinsen machen Wüstenrot & Württembergische zunehmend Sorgen. Zur Vorbeugung will der Bauspar- und Versicherungskonzern seine Kosten runterschrauben, auch wenn die Ertragszahlen noch gut aussehen.
Der Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) baut längerfristig niedrigen Zinsen und steigenden Anforderungen der Regulierung vor: Ohne Genehmigung des Vorstands sind Einstellungen ab sofort tabu, Aufträge an Dienstleister stehen auf dem Prüfstand, auch die Einkaufsbedingungen sollen optimiert werden.
Mit diesen am Freitag in Stuttgart verkündeten Maßnahmenbündel will der Finanzkonzern schnell seine Kosten drücken, obwohl er im laufenden Jahr einen Ergebnisanstieg um knapp ein Drittel weiterhin für möglich hält. Das Jahresergebnisziel von 250 Millionen Euro sei noch erreichbar, stellte der Vorstand im Halbjahresbericht in Aussicht. Nach sechs Monaten liege der Überschuss mit 131 Millionen Euro über Plan und 40 Prozent über dem Vorjahresergebnis.
In der vergangenen Woche hatte bereits Marktführer Allianz angekündigt, sich frühzeitig für härter werdende Zeiten zu rüsten. Wenn das Geschäft jetzt auch stark ist, muss man angesichts der Niedrigzinsphase gedanklich mindestens ein Jahr voraus sein", begründete ein W&W-Sprecher den eingeschlagenen Sparkurs der Schwaben. Wir stellen uns heute darauf ein, auch in schwierigeren Zeiten unsere Solidität zu wahren." Denn das rekordtiefe Zinsniveaus entfalte bei gleichzeitig steigenden regulatorischen Anforderungen einen zunehmenden Druck auf die Ertragslage aller Finanzdienstleister.
Um das Eigenkapital aus eigener Kraft - ohne Finanzspritzen der Haupteigentümer Wüstenrot Stiftung, LBBW und Unicredit - stärken zu können, müssten die Kosten sinken und die Erträge steigen, stimmte der Vorstand die Belegschaft auf weitere ab Anfang kommenden Jahres geplante Maßnahmen ein. Dazu stehe derzeit unter anderem die Informationstechnik auf dem Prüfstand.
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