Bis August präsentiert sich Südkorea als Wirtschaftswunderland auf der Expo der Welt. Das Land boomt trotz heftiger Staatseingriffe in die Wirtschaft doch das Erfolgsrezept ist ebenso verwunderlich wie verwundbar.
Geo-Sung Kim spricht ruhig und wählt seine Worte mit Bedacht, obwohl sein Thema ein Aufreger ist. Kim ist Präsident der koreanischen Sektion von Transparency International (TI) und führt einen einsamen Kampf gegen die allgegenwärtige Bestechlichkeit im Lande. Korruption ist extrem ungerecht, klagt Kim und hat dabei sein stets freundliches Lächeln im Gesicht, obwohl er es sehr ernst meint mit seiner Kritik: Die Menschen in Korea arbeiten hart, und vielen von ihnen wird durch Korruption etwas davon weg genommen.
Gerade einmal sechs fest angestellte Mitstreiter hat Kim bei TI in Korea, in der Zentrale in der Hauptstadt Seoul wirkt alles etwas improvisiert und chaotisch. Überall stapeln sich Dokumente, Bücher und Broschüren; das Mobiliar hat schon das eine oder andere Jahrzehnt auf dem Buckel. Unterstützung bekommt er wenig, im Gegenteil. Es gibt immer mehr wissenschaftliche Literatur, die den Nutzen von Korruption betont, sagt Kim. Im TI-Korruptionsindex bekommt Korea 2011 eine 5,4 auf der Skala von null (hoch) bis zehn (keine). Deutlich schlechter als die 9,5 von Spitzenreiter Neuseeland oder die 8,0 von Deutschland.Korruption wird in vielen Studien westlicher Volkswirte als Wachstumskiller identifiziert, doch eines kann sie nicht aufhalten: Fernöstliche Wirtschaftswunder. Nicht in China, wo sie noch verbreiteter ist, nicht in Korea. Die koreanische Wirtschaft wächst und wächst, auch in der zurückliegenden Weltwirtschaftskrise. Selbst 2009, im schlimmsten Jahr, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut OECD noch um 0,3 Prozent. Im Westen brach die Wirtschaftsleistung ein, um Korea machte die Rezession einen Bogen.Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.